Hier erfahren Sie allgemeine Dinge, die jede Endoskopie betreffen.

Sie sind wichtig, da es sich um Narkose, Medikamente und Kreislauf sowie den allgemeinen Ablauf handelt.

 

Die speziellen Vorbereitungen für die einzelnen Untersuchungen werden danach in den jeweiligen Abschnitten ("Magen", "Darm", "Enddarm", "Sono", "Atemtest") extra geschildert.

 

 

 

Endokarditisprophylaxe

Fragen zur Endokarditisprophylaxe (Herzklappenschutz)

In dieser Rubrik möchten wir häufig gestellte Fragen zur Gastroenterologie, zur Endoskopie und zu unserer Tätigkeit aufführen und beantworten:


Stichwort Herzpass und Endocarditis-Prophylaxe
Warum brauche ich neuerdings keine Antibiotika mehr vor einer Endoskopie einzunehmen, obwohl das noch in meinem Herzpass steht?


Diese Verunsicherung ist nachvollziehbar, gerade bei Menschen, die zum Beispiel nach einer Herzoperation einen Herzpass erhalten haben und anschliessen die Notwendigeit der Endocarditisprophylaxe erklärt bekommen haben. Hier hat 2007 ein echter Paradigmenwechsel stattgefunden, der von der Paul-Ehrlich Gesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft Endokarditis als neue Empfehlungen zur Endokarditis-Prophylaxe veröffentlicht wurde:

Der Kardiologe 2007; 1:243–250: Ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V.

Hiernach entfällt die Endocarditisprophylaxe bei praktisch allen Risikogruppen auch bei einer interventionellen Endoskopie.

Lesen Sie im Link mehr darüber.

Schlafanstoßende Medikamente

Schlafspritze (Sedierung; Narkose)

 

Durch Einsatz modernster Medikamente sind alle endoskopischen Untersuchungen praktisch schmerzfrei und ambulant durchführbar.

 

 

Zur Narkose bei endoskopischen Untersuchungen gibt es mehrere Verfahren:

 

1. Schlafspritze durch den Untersucher mit dem Medikament Midazolam. Hierdurch wird ein dämmerartiger Zustand erreicht. Dieses Verfahren wird heute aber aufgrund geringer Wirksamkeit und relativ starken nebenwirkungen nicht mehr so häufig angewendet.

 

2. Analgosedierung allein mit dem Narkotikum Disoprivan (Propofol). Es kann aber auch in Kombination mit Midazolam oder einem Opiod (Schmerzmittel, z.B. Ketamin oder Dolantin) verwendet werden.

Es wird ein Zustand der vollkommenen Schmerzfreiheit und Tiefschlaf erreicht. Atmung und Kreislauf werden bei diesem Verfahren durch eine speziell zertifizierte Person permanent und kontinuierlich überwacht. Aufgrund der guten Steuerbarkeit dieser modernen Narkosemittel kann der Patient ca. 60 Minuten nach der Untersuchung die Praxis mit einer Begleitperson verlassen.

In unserer Praxis sind beide Verfahren möglich.

Bitte teilen Sie uns Ihre Wünsche bei der Anmeldung mit, da für die "Narkosespritze" spezielle Termine vergeben werden. Näheres erfahren Sie bei unseren Mitarbeiterinnen.

Menschen mit sehr schweren internistischen Erkrankungen und erhöhtem Narkoserisiko werden in Einzelfällen bei stark erhöhtem Narkoserisiko an eine stationäre Endoskopie im Beisein eines Narkosearztes (Anaesthesist) verwiesen.

 

 

Merkblatt und Aufklärungsformular zur Narkose

Gerinnungshemmer

Guideline - Empfehlung zur Antikoagulation in der Endoskopie

    Gerinnungshemmende Medikamente/Antikoagulation bei der Untersuchung und Behandlung:


    Empfehlungen zur Antikoagulation während einer Endoskopie (Schweizerische Gesellschaft für Gastroenterologie). Wichtig für Patienten, die Gerinnungshemmer Acetylsalizylsäure (z.B. ASS®, Aspirin® etc.), Clopidgrel (z.B. Plavix® oder Iscover® etc.), Prasugrel (z.B. Efient®), Ticagrelor (Brilique®), Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Rivarobaxan (Xarelto®) oder Phenprocoumon (z.B. Marcumar®) einnehmen. Wichtig!

     

    Ihr Hausarzt oder auch wir stehen hier für Fragen zur Verfügung!

     




    Blutverdünner und Endoskopie

    Ablauf von Anmeldung bis zur Untersuchung

    Der Ablauf vom Termin bis zur Endoskpie:

     

     1.  Haben Sie eine Überweisung ihres Hausarztes erhalten, melden Sie sich
          telefonisch oder persönlich, um einen Termin auszumachen (Endoskopie
          nur nach Vereinbarung).

    2.  Der Überweisungsschein und die Versichertenkarte sollten für
         "Gastroenterologie" einmal im Quartal mitgebracht werden.

    3.  Bei Anmeldung zu einer endoskopischen Untersuchung oder
         Ultraschalluntersuchung erfolgt zunächst ein Vorgespräch.

    4.  Laboruntersuchungen werden täglich ab 07:30 Uhr bis 14:00 Uhr sowie
         nach Vereinbarung vorgenommen.

    5.  Durch Notfälle kann es zu Verzögerungen kommen, die leider nicht
         vorhersehbar sind. 

    6.  Vor weiteren Untersuchungen (Magen-Darm- und Mastdarmspiegelungen,
         Atemteste, Ultraschalluntersuchungen) sind Vorbereitungen erforderlich.
         Sofern spezielle Vorbereitungsmaßnahmen erforderlich sind, werden Sie
         diese von uns erfahren (siehe auch Homepage: Vorbereitung).

    7.  Sie bekommen einen Untersuchungstermin und müssen zu diesem Termin
         bei bestimmten Untersuchungen (je nach Art der Untersuchung) nüchtern
         erscheinen
    .

    8.  Bei der Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist in der Regel ein
         Mitverfolgen der Untersuchung möglich. Sollte eine Punktion geplant sein,
         erfolgt diese mit einer lokalen Betäubung.

    9.  In der Sprechstunde erfolgt die ärztliche Anamnese und Untersuchung.
         Wichtig ist das Mitbringen von Vorbefunden, Laborwerten und einen
         aktuellen Medikamentenplan, falls vorhanden.

    10. Vor den invasiven Untersuchungen erfolgt eine Untersuchung der
          Gerinnungssituation (Quick, PTT) und des Blutbildes und eine mündliche
          Aufklärung
    über Art, Nebenwirkungen und Risiken der Untersuchung durch
          den Arzt. Fragen werden im mündlichen ärztlichen Aufklärungsgespräch
          beantwortet. Sie erhalten einen schriftlichen Aufklärungsbogen, den Sie
          bitte sorgfältig durchlesen sollten. Wir bitten Sie, diesen Bogen ausgefüllt
          und unterschrieben zurück zu gegeben.

    11. Blutverdünnende Mittel müssen ggf. 1 bis 10 Tage vorher abgesetzt
          werden (vorher uns und den Hausarzt befragen). Ggf. müssen diese
          Medikamente durch ein anderes ersetzt werden.

    12. Endokarditisprophylaxe. Patienten mit Herzklappenersatz oder
          zyanotischen Herzfehlern benötigen u.U einen antibiotischen Schutz (bitte
          geben Sie diese Erkrankung unbedingt bereits bei der Terminvergabe an!)

    13. Bitte immer sämtliche Medikamentenallergien (auch Soja) und wichtige
          Vorerkrankungen angeben.

    14. Falls Diabetiker nüchtern bleiben müssen, wird entweder vom Hausarzt
          oder von uns erklärt, wie die Diabetestherapie angepasst werden kann.

    15. Kinder,  Minderjährige oder Patienten mit Vormundschaft erhalten nur
          sehr selten endoskopische Untersuchungen in meiner Praxis (es muß eine
          sogenannte zwingende Indikation vorliegen). Bitte beachten Sie hierbei,
          dass in solchen Fällen eine Untersuchung nur nach schriftlichem
          Einverständnis beider Eltern/Erziehungsberechtigten erfolgen darf. Dieses
          Einverständnis muß am Untersuchungstag zwingend vorliegen.

    16. Zunächst werden Sie in einen der Untersuchungsräume begleitet. Bei der
          Magen- und Darmspiegelung erfolgt in der Regel die Anlage einer
          Venenverweilkanüle.

    17. Zur Untersuchung werden auf Wunsch Medikamente zur Sedierung
         
    (schlafähnlicher Zustand) gegeben. Nach Untersuchungen in Narkose muß
          die narkotisierte Person von Angehörigen in der Praxis abgeholt und zu
          Hause betreut werden. Ist dieses nicht gewährleistet, müssen wir von einer
          Narkose Abstand nehmen. Wir bitten hier um Ihr Verständnis. Nach der
          Verabreichung von schlafanstossenden Narkosemitteln (z.B. Midazolam,
          Propofol) oder Schmerzmitteln vom Opiattyp (Dolantin, Ketamin) darf keine
          aktive Teilnahme am Straßenverkehr am Untersuchungstag erfolgen
          (Verkehrsuntüchtigkeit). Ebenfalls besteht dann eine Einschränkung beim
          Abschluss von juristischen oder fiskalischen Geschäften oder bei der
          Bedienung von Maschinen, Dienst an der Waffe oder anderweitig
          gefährlichen Tätigkeiten. Sie sollten sich möglichst von einer Begleitperson
          nach der Untersuchung abholen lassen.

    18. Nach der Untersuchung dürfen Sie sich in unserem Aufwach- und
          Überwachungsraum ausschlafen.

    19. In der Regel erfolgt ein Nachgespräch über das Ergebnis der
          Untersuchung, evtl. erfolgen Therapievorschläge oder Vorschläge zur
          weiteren diagnostischen Schritten

    20. Je nach Untersuchungsbefund erfolgen weitere Untersuchungen unter
          Einbeziehung ihres Hausarztes oder Überweisers. Einen schriftlichen
          ärztlichen Bericht
    über Ihre Untersuchungsergebnisse einschließlich
          histologischen Befund und Empfehlungen zur weiteren Diagnostik und
          Therapie erhält Ihr Hausarzt oder Ihr Überweiser in der Regel sofort oder
          aber spätestens nach wenigen Tagen per Post. Auf Wunsch erhalten Sie
          eine Kopie des Berichtes.

    21. Bei relevanten Nachblutungen ist unsere Praxis unmittelbar aufzusuchen.
          Außerhalb der Praxiszeiten wäre es dann notwendig, die Notaufnahme
          eines der Krankenhäuser in ihrer unmttelbaren Nähe aufzusuchen (Liste
          einsehbar im Kapitel Notfälle).

    22. Außerhalb der Praxiszeiten wäre es dann notwendig, die Notaufnahme
          eines der Krankenhäuser in ihrer unmittelbaren Nähe aufzusuchen (Liste
          einsehbar im Kapitel Notfälle).