Gründe zur Durchführung

Diagnostische Möglichkeiten des H2 Atemtestes

Als Ursache von vermehrten Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen findet sich bei jedem fünften bis siebten Mitteleuropäer eine Unverträglichkeit von Laktose  (=Milchzucker) und etwas seltener eine Unverträglichkeit von Fruktose (=Fruchtzucker) oder Sorbit, einem Zuckerersatzstoff, der in der freien Natur vorkommt und auch von der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von kalorienarmen Produkten verwendet wird.

Im Dünndarm der Betroffenen wird mit zunehmendem Alter genetisch bedingt immer weniger Zucker abgebaut, weil die dafür benötigten Enzyme weniger werden. Damit bleiben Laktose, Fruktose oder Sorbit unverdaut zurück und werden unter Freisetzung von H2 (Wasserstoffmolekül) von Bakterien im Dickdarm abgebaut. Dieses dort gebildete H2 wird über die Lunge ausgeatmet– deshalb können wir es im Atemtest erfassen.

Eine andere Ursache von vermehrten Blähungen, Durchfall und Bauchchschmerzen kann sein, dass Bakterien den Dünndarm besiedeln, die normalerweise nur im Dickdarm vorkommen (bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms). Diese »falschen Bakterien« entziehen dem Körper Nährstoffe und Vitamine und verstoffwechseln Einfachzucker (Glukose), der im Atemtest nachgewiesen wird.

    Was wird getestet?

    Allgemeines zu den Atemtesten

     

    Blähungen, Durchfallerkrankungen und Bauchschmerzen können ganz harmlose Ursachen haben. Verdauungsschwächen für bestimmte Nahrungsmittel und auch eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms können mit Atemtesten gut untersucht werden.


    Diese Teste sind völlig harmlos, verlangen jedoch ein gewisses Maß an Kooperation (nüchtern) und Geduld (3 h).

     

    Bitte berücksichtigen Sie die   Hinweise zur Vorbereitung (s.u.).

    Aufgrund der hohen Nachfrage und langfristigen Terminplanung, sagen Sie den
    Termin bei Verhinderung bitte unbedingt mindestens 2 Tage vorher ab.

    Atemtestuntersuchungen sind einfach durchführbar.

    Mit entsprechender Vorbereitung lassen sich gut verwertbare Ergebnisse erzielen. Um die Funktion des Verdauungssystems untersuchen zu können, kommen nicht belastende Atemteste zum Einsatz, die verschiedene Enzymaktivitäten durch Messungen in der Ausatemluft nachweisen können. Hierzu werden entsprechende Substanzen verabreicht.

    Der Atemtest mit Laktose (Milchzucker) wird bei Verdacht auf oder zum Ausschluss einer Laktose-Intoleranz bei unklaren Durchfällen und Neigung zu einem "Blähbauch" durchgeführt. Eine Laktoseintoleranz ist überaus häufig.

    Der Atemtest mit Fruktose (Fruchtzucker) wird bei Verdacht auf oder zum Ausschluss einer Fruchtzuckerunverträglichkeit bei unklaren Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen nach Frucht- oder Fruchtsaftgenuss durchgeführt.

    Der Atemtest mit Glukose (Traubenzucker) wird bei Verdacht auf eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarmes, z.B. bei Ausbuchtungen (Divertikeln) des Dünndarms, und nach bestimmten Operationen durchgeführt.

    Mit dem Atemtest mit Laktulose (Quellzucker) kann eine Messung der Passagezeit durch den Dünndarm bei unklaren Durchfällen erfolgen.

    Prinzipiell sind andere Testsubstanzen, wie zum Beispiel Sorbit, Saccharose und D-Xylose ebenfalls möglich.

    Da die genannten Zucker erst an den Ort ihrer enzymatischen Spaltung und potenziellen Resorption im Dünndarm gelangen müssen, beträgt der zeitliche Aufwand für jeden Test ca. zwei bis drei Stunden.

      Die Vorbereitung zum H2-Atemtest