Laboruntersuchungen


Stuhlschau

Im Falle eines Gallestaus durch einen Bauchspeicheldrüsenkopfprozesses, kann kein Bilirubin in den Darm abfließen, welches den Stuhl normalerweise dunkel färbt. Dementsprechend ist im Falle eines Gallestaus der Stuhlgang fahl und grau.

Wenn im Darm keine oder nur unzureichende Menge an Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse vorhanden sind, kann die Nahrung nur unzureichend verdaut werden. Dies äußert sich durch voluminöse, übel riechende, glänzende Stuhlgänge, die sich nur sehr schwer von der Toilettenschüssel entfernen lassen.

Die Ursache kann in einem gestörten Abfluss des Bauchspeicheldrüsensaftes oder in einer unzureichenden Produktion (exokrine Pankreasinsuffizienz) nach einer Entzündung oder Operation liegen.

 

 

Messung der Bauchspeichelenzyme im Stuhl (Stuhlelastase)


In einer kleinen Stuhlprobe des Patienten kann mit Hilfe eines sogenannten „Marker“-Enzymes bestimmt werden, ob die Bauchspeichedrüse noch ausreichend Verdauungsenzyme produziert. Es kann dann zwischen einer normalen Funktion sowie leichter und schwerer Einschränkung der Bauchspeicheldrüsenfunktion unterschieden werden. Es gibt jedoch auch andere Untersuchungen, um die Funktion der Bauchspeicheldrüse zu testen.

Ggf. können Chymotrypsin und ggf. Stuhlfett gemessen werden.

Der orale Glukose Toleranz Test


Bei dieser Untersuchung muss der Patient eine bestimmte Menge zuckerhaltiges Wasser trinken, wobei vorher und nach 1 und 2 Stunden Blutproben zur Blutzuckerbestimmung abgenommen werden. Mit diesem Test kann bestimmt werden, ob eine Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus) oder eine Vorstufe (sogenannter latenter Diabetes mellitus) vorliegt.

 

Messung der Cholestaseparameter

AP, gGT, Bilirubin können ggf. Hinweise für eine Abflußbehinderung im Gallengangsbereich sein.

 

Messung der Tumormarker

Spielen besonders bei bekannter Tumorerkrankung eine Rolle und werden als Verlaufsparameter eingesetzt. Sie sind nicht als Diagnostikum geeignet.

 

Messung von Autoimmunparametern

IgG, IgG-Subklassen, SLA/LP können hilfreich zur Erkennung einer autoimmunen Bauchspeicheldrüsenentzündung sein (selten vorkommend!).

 

Messung der Amylase, Lipase und Entzündungswerte

wären bei Entzündungen erforderlich.

 

Hormone:

Insulin, C-Pptid, Glukagon, ggf. NSE werden nur bei bestimmten hormonaktiven Tumoren der Bauchspeicheldrüse gemessen.



Schnittbildgebung

 

Oberbauchsonographie (Ultraschall):


Hierbei werden über einen Schallkopf Ultraschallwellen in den Körper gesendet, die an den Grenzen unterschiedlicher Gewebe wieder reflektiert werden. Aus den reflektierten Schallwellen wird ein Bild auf einem Monitor rekonstruiert. In der Oberbauchsonographie wird die Leber (Metastasen?), die Leberdurchblutung (Duplexsonographie), die Bauchspeicheldrüse, die Nieren und die Milz beurteilt. Teilweise lassen sich sonographisch kontrolliert Auffälligkeiten punktieren.

 

CT-Abdomen (Computertomographie)



Die Computertomographie existiert seit über 30 Jahren. Es handelt sich dabei um ein Röntgenverfahren, bei dem der Patient ursprünglich durch eine Röhre, heutzutage durch einen Ring, geschoben wird. In diesem Ring rotiert ein Röntgengerät, das aus den unterschiedlichen perspektiven Röntgenbilder erstellt. Die Röntgenstrahlen werden durch die unterschiedlich dichten Gewebe unterschiedlich stark absorbiert, so dass sich die Gewebe unterschiedlich abbilden. Ein angeschlossener Computer berechnet aus diesen Bildern Querschnitte des untersuchten Körpers. Mit dem Computer lassen sich auch drei Dimensionale Rekonstruktionen errechnen. Zur Beurteilung des Bauchspeicheldrüse wird ca. 30 Minuten vor der Untersuchung Kontrastmittel vom Patienten getrunken, zur Untersuchung wird zusätzlich Kontrastmittel über die Vene gegeben. Die Untersuchung benötigt bei den modernen Geräten nur noch wenige Minuten.

In der CT lässt sich die Größe und die Beschaffenheit der Bauchspeicheldrüse (Abszesse? Zysten? Verhalt?) beurteilen. Je nach Lokalisation können auffällige Prozesse auch unter CT-Kontrolle punktiert, entlastet und Drainagen gelegt werden.

 

MRT (Magnetresonanztomographie):


Die MRT ist seit 1984 im klinischen Einsatz. Hierbei handelt es sich um eine Untersuchungstechnik, die ohne radioaktive Strahlung auskommt. Sie basiert auf Radiowellen und Magnetfeldern. Durch ein starkes Magnetfeld in der MRT werden die Atome des Körpers ausgerichtet, ähnlich wie ein Kompass. Durch Radiowellen werden die Atome aus ihren Positionen gerückt, die dann wieder an ihren Platz zurückspringen. Bei diesen Bewegungen werden Signale ausgesendet, die aufgefangen und berechnet werden. Die Signale richten sich nach den unterschiedlichen Geweben. Besonders geeignet ist diese Untersuchung für die nicht knöchernen Strukturen des menschlichen Körpers. Auch hier lassen sich die Bilder durch die Applikation von Kontrastmittel aufwerten.

Als MRCP (Magnetresonanz-Cholangio-Pankreatikographie) bezeichnet man die nicht invasive Darstellung der Gallen- und Bauchspeichdrüsenwege, ohne die Risiken einer ERCP.

Eine MRT benötigt deutlich mehr Zeit als eine CT mit zirka 30-60 Minuten.

 

PET (Positronen Emissions Tomographie)


Unter der PET-CT versteht man die Fusion der Bilder der PET mit der CT, so dass man die Vorzüge beider Untersuchungen zusammenführt und damit die Aussagekraft der beiden Untersuchungstechniken deutlich aufwertet. So kann man nicht nur die Größe und Dichte von Strukturen sondern auch die Stoffwechselaktivität in der Beurteilung berücksichtigen.


Die PET wird seit über zehn Jahren eingesetzt. Hierbei werden radioaktiv markierte Substanzen, so genannte Tracer, dem Körper zugeführt. Bösartige Tumorzellen sind "entartet", das heißt ihr Wachstum und ihre Zeilteilung deutlich erhöht gegenüber dem Wachstum gesunder Zellen. Dementsprechend ist der Umsatz an z. B. Zucker deutlich höher als im gesunden Gewebe. Nach Applikation der radioaktiven Substanzen werden die von den radioaktiven Substanzen ausgesendeten Signale durch eine PET-Kamera empfangen. Dazu wird der Patient langsam durch eine Röhre geschoben, ähnlich wie bei der CT/MRT-Untersuchung. Ein angeschlossener Computer errechnet die Signalverteilung über den Körper. Die Untersuchung benötigt in etwa 30-90 Minuten. Die radioaktiven Substanzen in den Tracern haben eine kurze Halbwertzeit und werden in sehr geringen Konzentrationen gegebent, so dass die Belastung für den Patienten in etwa dem zwei- bis dreifachem der normalen jährlichen Strahlenbelastung entspricht.

Die PET ist geeignet für Fragestellungen im Rahmen der Tumordiagnostik und der Tumornachsorge. Es wird jedoch nicht immer von den gesetzlichen Krankenkassen getragen und ist auch nicht für alle Krankheiten erforscht.

 

 

 

Endoskopie des Pancreas

ERCP (Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie):

Bei der ERCP wird endoskopisch, wie bei einer Magenspiegelung, die Papille im Zwölffingerdarm aufgesucht und intubiert. Dann wird in die Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege Kontrastmittel gespritzt, so dass man im Röntgenbild den Negativausguss der Gallen- und Bauchspeicheldrüsenwege erkennt. Somit können hier Engstellen und andere Gangunregelmäßigkeiten beurteilt werden.

Gallengangssteine können im Rahmen dieser Untersuchung entfernt und bei kompressionsbedingten Galleabflussstörungen Stents (Metall- oder Kunststoffröhrchen) zur Gewährleistung des Abflusses eingesetzt werden.

EUS (Endoskopische Ultraschalluntersuchung = Endosonographie):

Wie bei einer Magenspiegelung wird ein kleiner Schallkopf in den Zwölffingerdarm eingeführt. Da der Schallkopf auf diesem Wege nahe an das Zielorgan herangebracht werden kann, lassen sich Veränderungen in der Bauchspeicheldrüse und die unmittelbar umgebenden Lymphknotensehr gut beurteilen.


Auffälligkeiten lassen sich diagnostisch feinnadelpunktieren (FNP).
Das Punktat wird dann z.B. zytologisch (siehe Zytologie) untersucht.

Zytologie:
Die durch Punktion gewonnenen Zellen werden beurteilt hinsichtlich Hinweisen auf Bösartigkeit (Malignität). Eine negative Zytologie beweist in der Regel nichts, da die Probe neben dem bösartigem Tumor entnommen worden sein kann.


Die hier geschilderten Untersuchungen werden im Krankenhaus durchgeführt.