Überblick Darmspiegelung

Hier erhalten Sie Informationen über den Ablauf der Darmspiegelung sowie auch Formulare zur Vorbereitung, Aufklärung, Narkoseaufklärung bwz. Narkoseeinwilligung.

 

 

 

Gründe zur Untersuchung

Wann sollte eine Darmspiegelung erfolgen?

Sichtbare Darmblutung
"Okkulte" Darmblutung (Testbriefchen)
Unklare Anämie (Blutarmut)
Unklarer Gewichtsverlust
Unklare, länger anhaltende Bauchbeschwerden
Geänderte Stuhlgewohnheiten und chronische Durchfallerkrankungen
Vorsorge zur allgemeinen Darmkrebsprävention
Vorsorge bei familiärer Belastung für Krebsleiden
Vorsorge bei Risikopatienten für erblichen Darmkrebs
   (HNPCC, Lynch-Syndrom, FAP)
Vorsorge bei Risikoerkrankungen, die Darmkrebs begünstigen
   (CED, PSC, Diabetes)
Spiegelung vor geplanter großer Operaton 
   (z.B. Herz-OP, Organtransplantation etc. pp.)
Spiegelung vor geplanter Marcumartherapie
Kontrolle nach Polypenabtragungen
Kontrolle nach Darmkrebsoperation
Patientenwunsch bei Tumorangst

  und weitere Gründe mehr

Die Darmspiegelung

Die Darmspiegelung - ausführliche Informationen

 

Die endoskopische Untersuchung (Koloskopie) ermöglicht eine sichere Diagnose von Erkrankungen des Dickdarms. Es ist die Standardmethode, die bei ungeklärten Stuhlveränderungen, bei Verdacht auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen, zur Abtragung von Polypen oder zur Abklärung von Darmkrebs eingesetzt wird.


Die Darmspiegelung ist Bestandteil der Darmkrebs-Früherkennung und kann ab 55 Jahren und dann bei polypenfreiem Befund alle zehn Jahre - bei Nachweis von Polypen auch früher - als Kassenleistung in Anspruch genommen werden.
Keine Angst vor der Untersuchung und vor der Vorbereitung. Es lohnt sich.

Allgemeine Vorbereitung

Ein Blutentnahme zur Kontrolle der Blutgerinnung ist notwendig und wird in der Regel beim Vortermin gleich mit durchgeführt.

Sie bekommen einen genauen Zeitplan ausgehändigt, der sich individuelle auf Ihren Termin ausrichtet. Sie sollten für den Untersuchungstag einen Fahrer zu Verfügung haben, der Sie nach der Untersuchung nach Hause fährt. In der Regel wird für den Untersuchungstag eine Krankmeldung ausgestellt.

Bitte teilen Sie uns bitte schwerwiegende Erkrankungen und die Medikamenteneinnahme bereits am Tag der Voruntersuchung mit.


Darmreinigung

 

Es gilt: je besser die Reinigung, desto besser ist die Beurteilbarkeit. Das kommt Ihnen persönlich zugute und vermeidet unnötige Doppeluntersuchungen.

Ca. drei Tage vor der geplanten Untersuchung sollten sie besser auf Zufuhr von Körnern (z.B. in Müsli enthalten) oder Obstkerne verzichten.

Die Abführmittel führen über einen künstlich erzeugten Durchfall zu einer Reinigung des Darms, der praktisch ausgewaschen wird.Das hängt klar von der Trinkmenge und Trinkgeschwindigkeit ab.

Die Abführpräparate zur Herstellung der Trinklösungen werden Ihnen in unserer Praxis mitgegeben. Die Einnahme wird Ihnen genau erklärt. Die eigentlichen Abführmaßnahmen beginnen in der Regel am Nachmittag vor der geplanten Untersuchung und dauern nciht lange Zeit. Allerdings sollte ein WC in der Nähe sein. Bereiten Sie sich daher besser in Ruhe und in der häuslichen Umgebung vor.

Der Ablauf der Vorbereitung, der Narkose, der Untersuchung und eventuelle Risiken werden im Aufklärungsgespräch ausführlich geschildert. Sie über diese Punkte Informationsbroschüren und eine Einwilligungserklärung ausgehändigt.

 

Narkose

Die Untersuchung selbst soll für Sie nicht schmerzhaft sein. Ggf. können Sie sich Medikamente zur Beruhigung und zur Schmerzfreiheit geben lassen.
Die Gabe von Beruhigungsmitteln schränkt die Verkehrstüchtigkeit für einige Stunden ein. Nach ambulanten Untersuchungen sollte man sich nach Hause begleiten lassen.


Die Darmspiegelung kann mit und ohne Gabe einer Beruhigungsspritze vorgenommen werden. Die Gabe von schlafanstossenden Medikamenten hat den Vorteil, dass der Patient während der Untersuchung schläft. Es ist empfehlenswert, dass sich der Patient anschließend in den Tagesbetten der Praxis ausruht (30 Minuten bis eine Stunde). Zu beachten ist, dass nach Verabreichung einer Beruhigungsspritze (hier wird in den meisten Fällen Propofol, ein Kurznarkotikum, verwendet oder in seltenen Fällen auch Dormicum unter Kreislaufkontrolle) bis zu 24 Stunden nicht selbstständig Auto gefahren werden darf, sowie gefährliche Arbeiten (z.B. Arbeiten mit der Motorsäge etc.) nicht verrichtet werden dürfen.


Durchführung der kleinen Darmspiegelung (Sigmoidoskopie)

In einigen Fällen ist auch bei der Abklärung von Beschwerden nur eine kleine oder teilweise Darmspiegelung nötig. Hierzu sind keine speziellen Abführmaßnahmen notwendig. Zur Darmbeurteilung wird in der Praxis ca. eine Viertelstunde vor der Untersuchung ein Einlauf verabreicht, danach kann die Untersuchung durchgeführt werden. Auch eine Beruhigungsspritze ist zu diesen Teildarmspiegelungen in der Regel nicht notwendig, kann aber auf Wunsch verabreicht werden.


Durchführung der totalen Darmspiegelung

Die Darmspiegelung dauert in der Regel 15-20 Minuten, wobei sich die Untersuchungszeit verlängern kann, wenn Polypen abgetragen werden müssen. In geübter Hand ist eine Darmspiegelung auch ohne Verabreichung einer Beruhigungsspritze möglich. Es können auch Medikamente zur Beruhigung und zur Hemmung der Darmbewegungen verabreicht werden (Buscopan). Patienten mit Augeninnendruckerhöhung (Engwinkelglaukom) dürfen dieses Medikament jedoch nicht erhalten.


Die untersuchte Person liegt zunächst auf der Seite, später auch auf dem Rücken. Bei der Darmspiegelung wird ein Schlauch von etwas mehr als einem Zentimeter Dicke über den After in den Darm eingeführt und in der Regel bis zum Blinddarm vorgeschoben, wo der Dickdarm in den Dünndarm übergeht. Der Arzt kann das Vorführen des Gerätes durch Drücken auf den Bauch unterstützen. Das Einblasen von Luft in den Darm ermöglicht eine bessere Sicht. Dadurch kann es während der Untersuchung zu einem Blähungsgefühl kommen.

Die in das Endoskop integrierte Optik liefert ein genaues Bild der Darmschleimhaut auf dem Monitor. Der Arzt begutachtet auffällige Befunde und Veränderungen der Darmwand und kann über einen Arbeitskanal bereits während der Untersuchung Gewebeproben entnehmen oder Polypen entfernen. Die Entnahme von Gewebeproben ist in der Regel auch bei Abklärung von Durchfallerkrankungen erforderlich, absolut schmerzfrei und unbedenklich.

Nach Beendigung der Untersuchung dürfen Sie sich in Ruheräumen erholen.
Die Untersuchungsergebnisse und die evtl. Folgen werden dann unmittelbar vor Verlassen der Praxis mit Ihnen persönlich besprochen. Der Befund wird dem Hausarzt rasch übermittelt.


Vor einer Darmspiegelung ist eine Darmreinigung erforderlich.  Ganz besonders ist hierzu Ihr persönlicher Einsatz bei der Reinigung gefordert!

Polypenabtragung

Polypenabtragung (Polypektomie)

Hintergrund

 

Die Polypenabtragung beugt dem Darmkrebs vor. So kann eine einzige Darmspiegelung im Leben das Risiko an Darmkrebs zu erkranken um 90% vermindern!

Ziel des weiteren Vorgehens ist die komplette Entfernung des Polypen ohne Belassung auch nur eines minimalen Restes ("Entfernung im Gesunden"), der zu einem erneuten Polypenwachstum führen würde.

In der Hand erfahrener Untersuchung ist bei Anwendung modernster Techniken ist die Polypenentfernung sehr sicher und schmerzfrei ohne erhöhtes Risiko durchführbar. Das ist ideal für die ambulante Untersuchung.

 

Wie häufig sind Darmpolypen? 

Dickdarmpolypen werden in bis zu 30-50% aller Koloskopien (endoskopische Untersuchung des Dickdarmes, "Dickdarmspiegelung") gefunden. Die überwiegende Mehrzahl der Polypen sind winzig (wenige mm) klein. 5-10% der Polypen sind aber als groß zu bezeichnen (> 1 cm). Diese größeren Polypen gelten als fortgeschrittene Polypen, die ein sehr hohes Entartungsrisiko aufweisen. So gilt als gesichert, dass beispielsweise ein nur 1 cm großer Polyp sich mit 80-100%iger Sicherheit in einem Zeitraum von 5-10 Jahren sich in Darmkrebs umwandelt. Das ist ein immenses Risiko für das Leben! Ca. 1% der Polypen sind schon bösartig.

Methodik der Polypenentfernung

Durch einen Arbeitskanal des Koloskopes kann eine Metallschlinge (Diathermieschlinge) vorgeschoben werden. Diese Schlinge wird unter Sicht um den Polypen gelegt und dann unter Hochfrequenzstrom (chirurgischer Strom) gesetzt. Der Polyp wird dadurch wie mit einem Messer durch Hitzestrom abgetrennt, die Blutgefäße werden durch die Hitze verschlossen. Bei größeren Blutgefäßen wird zusätzlich zur Blutstillung ein Medikament unterspritzt, ggf. auch mit Metallclips die Wunde verschlossen (alles durch den Arbeitskanal des Koloskops). Der Begriff bedeutet Abtragung und Entfernung von Polypen. Polypen sind Neubildungen oder Verdickungen der Schleimhaut, im Grunde gutartige Tumore. Die Form variiert stark. Es gibt pilzförmige Polypn, die einen langen dünnen oder kurzen plumpen Stiel haben aber auch flache, rasenartige Gewächse, die tapetenartig breitbasig der Darmwand aufsitzen. Mit zunehmender Größe ist auch mit einer zunehmenden Umwandlung in einen bösartigen Tumor zu rechnen.

Polypen werden also sofort während der ersten Darmspiegelung abgetragen. Die Abtragung selbst ist schmerzfrei. Nach der Abtragung werden die Polypen geborgen und zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung eingesendet. Eine genaue Analyse der entnommenen Gewebeproben erfolgt im Labor und kann einige Tage dauern.

Nach der Untersuchung kann der Patient in der Regel sofort wieder essen und trinken. Die ersten Untersuchungsergebnisse und die evtl. Folgen werden dann unmittelbar vor Verlassen der Praxis mit Ihnen persönlich besprochen. Der Befund wird dem Hausarzt rasch übermittelt.



Sondersituation:

Sehr selten können breitbasig aufsitzende oder großflächige Polypen nicht koloskopisch in der Praxis abgetragen werden. Das kommt in unserer Gastroenterologischen Fachpraxis am Siebengebirge im Schnitt bei 5 Patienten pro Jahr (von durchschnittlich 1600-1800 Koloskopien pro Jahr) sehr selten vor. Patienten mit technisch sehr schwierig abzutragenen Polypen können an ein spezielles endoskopisches Zentrum in Deutschland (z.B. in Düsseldorf) überwiesen werden. In manchen Fällen wäre aber auch eine chirurgisch-operative Entfernung der Polypen eine weitere gute Möglichkeit.

Merkblatt zur Polypennachsorge

    Vorbereitung

    Die Vorbereitung zur Darmspiegelung

     

    Hierzu empfiehlt es sich, dass Ihr Hausarzt vorher das Blutbild und die Blutgerinnung bestimmt und Sie diese zur Untersuchung mitbringen.

     

    Um die Entnahme von Gewebeproben und die Abtragung von Polypen möglichst risikoarm zu gestalten, sollten Medikamente, die die Blutgerinnung beeinträchtigen, vor allem acetylsalicylsäurehaltige Präparate, bekannt als Aspirin oder ASS, sowie neuere Präparate wie Clopidogrel (Plavix®; Iscover®) vier bis fünf Tage bzw bei Prasugrel (Efient®) Ticagrelor (Brilique®),  Apixaban (Eliquis®), Dabigatran (Pradaxa®), Rivarobaxan (Xarelto®) einen Tag vor der Untersuchung abgesetzt werden. Phenprocoumon (Marcumar ®)  sollte sogar 7-10 Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden (unter gleichzeitigen Schutz mit der Bauchspritze). Dies alles darf jedoch nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt geschehen.

     

    Außerdem wird mit dem Arzt, der die Untersuchung durchführt ein Aufklärungsgespräch geführt. Hier können Fragen zur Narkose, zur Untersuchung, zur Polypenabtragung, zu Risiken und Alternativmethoden besprochen werden.

     

    Die Medizinischen Fachangestellten erklären, wie der Darm zu reinigen ist (Lavage).  Für die Darmreinigung stehen Merkblätter in verschiedenen Sprachen zur Verfügung (siehe unten).

     

    Die ausführliche schriftliche Aufklärung und ein Einwilligungsformular können ebenfalls herunter geladen werden.

     

     

     

    Merkblätter zur Darmlavage vor der Koloskopie - Deutsch

    Merkblatt Vorbereitung zur Darmspiegelung in anderen Sprachen

    Aufklärung zur Darmspiegelung

    Aufklärung und Einverständnis zur Darmspiegelung (Ileo-Koloskopie)

    Darmkrebsvorsorge

    Vorsorge ist effektiv und beugt Darmkrebs vor!


    Die gesetzlichen Krankenkassen sehen seit 2002 die Vorsorge-Koloskopie zur Erfassung von gutartigen Vorstufen  oder zur frühzeitigen Entdeckung von Darmkrebs als reguläre Kassenleistung vor. Versicherte ab dem 56. Lebensjahr dürfen eine Vorsorgekoloskopie in Anspruch nehmen.

    Der Versicherte kann sich dabei ohne Überweisung direkt an den Spezialisten wenden und ist von der Zahlung der Praxisgebühr befreit. Die Darmspiegelung gilt hierbei als der Goldstandard. Sie ist in geübter Hand beim Gastroenterologen problemlos und nahezu komplikationslos. Der große Vorteil der Koloskopie besteht darin, dass gleichzeitig Polypen, die entdeckt werden, abgetragen werden können.

    Für Rückfragen stehen wir jederzeit zu einem Gespräch zur Verfügung. 

     

    (siehe bitte zu diesem wichtigen Thema auch die Artikel, die im Abschnitt

    Wissenswertes/ Darm / Darmkrebsvorsorge hinterlegt sind)

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    Testen Sie Ihr Darmkrebsrisiko!

    Links zu Koloskopiebildern