Was ist Endoskopie?

Unter Endoskopie verstehen wir das

"Hinsehen in das Innere".

 

Heute geschieht dies mit Hilfe so genannter flexibler Endoskope, die mit einem hochauflösenden Video-Chip versehen sind. In der Regel werden Bilder im HDTV-Qualitätsniveau erzeugt. Damit können kleinste Veränderungen der Schleimhaut erkannt und ggf. gezielt Gewebe entnommen werden. Die Geräte der neueren Generation sind dünn und problemlos einzuführen.

Seit Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts steht diese Methode zur Verfügung und hat die Medizin revolutioniert. Es ist nun möglich Erkrankungen im Frühstadium zu erkennen und bspw. im Falle von Krebs eine Heilung anzustreben. Bei kleinen Karzinomen der Speiseröhre und des Magens kann mit einer speziellen Technik bereits die Therapie mit Hilfe einer Endoskopie erfolgen.

Technische Ausstattung

Ausstattung der Endoskopieeinheit

 

Technik

 

Die Endoskopie wird zur Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Verdauungstraktes eingesetzt.  Die Praxis ist mit modernster EDV- Technik ausgestattet (heute in HDTV-Technik).

Unsere Endoskopieeinheit, in der pro Jahr über 3000 endoskopische Untersuchungen durchgeführt werden, bietet moderne Arbeitsplätze der Firma Pentax mit einem hoch auflösenden High-end-Prozessor (EPK1).

Bei speziellen Fragestellungen können hier mit besonders hoch auflösenden HDTV Endoskopen / Bildtechniken kleinste Veränderungen der Verdauungsorgane erkannt werden. Während der Untersuchung erfolgt eine ausführliche Bilddokumentation und anschließende Befunddokumentation nach den Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (WWW.DGVS.de).

Ergänzend setzen wir regelmäßig virtuelle Färbemethoden (i-scan), evtl. auch die Chromoendoskopie mit Farbstoffen ein, mit der diese Veränderungen noch besser sichtbar gemacht und möglichst gleichzeitig auch therapiert werden können.

Endoskopische Untersuchungen werden auf Wunsch mit einer Beruhigungsspritze (Sedierung) durchgeführt. Dies erfordert eine aufwändige Überwachung mit modernen Monitoren zur Sicherheit unserer Patienten. Die aktuell neu gefassten Sedierungsleitlinien der DGVS werden in allen Punkten von der Gastroenterologischen Praxis am Siebengebirge umgesetzt.

Wie ist die Praxis aufgebaut?

 

Ausstattung

Die gesamte Praxisfläche umfasst 200 qm. Hier stehen zwei Untersuchungsräume und einem Ruheraum für die Patienten nach den endoskopischen Untersuchungen zur Verfügung. Diese Räume sind getrennt von dem Arztzimmer,  der Patientenannahme,  dem Wartezimmer, dem Labor und dem Aufbereitungsraum für die Endoskope.


Hygiene

Hygiene in der Endoskopiepraxis

Ein sehr sensibles Thema ist die Hygiene in der Endoskopie. Da die Untersuchungen in bakteriell verunreinigten Körperhöhlen stattfinden, legen wir größten Wert auf eine hygienische Aufbereitung der Endoskope und die Sterilisierung des endoskopischen Zubehörs.


Wir garantieren Ihnen, daß die hygienischen und technischen Standards unserer Praxis auf höchstem Niveau sind. Die Arbeitsabläufe zur hygienischen Aufbereitung in unserer Praxis sind standardisiert und entsprechen den Empfehlungen des Robert Koch Instituts (www.rki.de). Sie finden in einem separaten Aufbereitungsraum statt, der direkt neben den Untersuchungsräumen liegt.

Die Aufbereitung der Endoskope erfolgt nach den Leitlinien der Deutschen Fachgesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (www.DGVS.de). Nach mechanischer Vorreinigung der Endoskope nach jeder einzelnen Untersuchung durch geschultes Personal erfolgt standardisiert die automatische Desinfektion in Waschmaschinen. In den Desinfektionsablauf kann manuell nicht eingegriffen werden.

Täglich werden zur Kontrolle eigene Hygienetests angelegt. Die Geräte unterliegen standardgemäß einer regelmäßigen mikrobiologischen Untersuchung. Sie werden offiziell dreimonatlich von unabhängigen externen Hygiene-Instituten überprüft. Dieses Institute werden zuvor durch die kassenärztliche Vereinigung dazu bestimmt (nicht durch den Praxisinhaber).

Nur bei einwandfreier mikrobiologischer Untersuchung erfolgt durch die kassenärztliche Vereinigung die Ausstellung eines Hygienezertifikates für jeweils 3 Monate. Dieses Zertifikat hängt bei uns aus und gewährleistet absolute Sicherheit.

Bei der operativen Endoskopie werden fast ausschließlich Einmalartikel (Nadeln, Schlingen, Gummibänder und Clips) verwendet. Endoskopisches Zubehör für Mehrfachverwendung wie Biopsiezangen werden, wie vom Hersteller gefordert,  mechanisch und chemisch aufbereitet, verpackt und im Vacuklav nach Euronorm sterilisiert. Sämtliche Arbeitsschritte werden aufgezeichnet, dokumentiert und können noch nach Jahren reproduziert und dem Patienten zugeordnet.


Das Endoskopiepersonal hat an fachspezifischen Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen und ist entsprechend geschult.

Chromoendoskopie

Chromoendoskopie

 

Die Diagnostik flacher oder kleiner Schleimhautveränderungen ist eine schwierige Aufgabe der Endoskopie. Die Schleimhaut der Speiseröhre kann beginnende bösartige Veränderungen in veränderten Schleimhautarealen (sog. Barrett-Ösophagus) im Milimeterbereich aufweisen. Zur Verbeserung der Diagnostik kann die sog. Chromoendoskopie (Einfärbung der Schleimhaut) zur Anwendung kommen.

Während der Endoskopie wird mittels eines speziellen Sprühkatheters ein Farbstoff auf die Schleimhaut aufgebracht. Dadurch werden kleinste Veränderungen, die sonst schwer zu erkennen sind, deutlich hervorgehoben. Die möglichst frühzeitige Erkennung von bösartigen Veränderungen im Magen-Darm-Trakt ist aktuell eine der größten Herausforderungen der Gastroenterologie. Vieles spricht dafür, dass die Chromoendoskopie die Früherkennung von Krebs verbessern kann.

Es gibt im Augenblick mehrere Farbstoffe, die sich für diese Untersuchung eignen. Wir wenden in der Praxis im Wesentlichen zwei Farbstoffe. Sie verstärken den Kontrast der Schleimhaut (Indigokarmin) bzw. führen zu einer bestimmten chemischen Reaktion des Epithels (Essigsäure). Die Untersuchung dauern mit ca. 15 min etwa doppelt so lange, wie die übliche Gastroskopie.

Therapeutische Endoskopie

Therapeutische, operative Endoskopie

 

Wir sind ein erfahrene Team, die auch einige operative endoskopische Eingriffe regelmäßig durchführen und sicher beherrschen.

Die folgenden Eingriffe werden von uns - in der Regel ambulant mit einer Sedierung - durchgeführt:

  • Ösophagusvarizenligatur (endoskopische Behandlung von Krampfadern in der Speiseröhre)
  • Dilatation (Ballonaufdehnung von Engstellen im Magen/Darmtrakt)
  • Blutstillung mit Clip und APC (Thermokoagulation)
  • Perkutane endoskopische Gastrostomie (endoskopische Anlage einer Ernährungssonde in den Magen)
  • Die Abtragung von Darmpolypen:

    die Polypektomie, ist eine der wichtigsten endoskopischen Prozeduren, denn durch die rechtzeitige Abtragung von zunächst gutartigen Gewächsen kann die Entstehung von Darmkrebs wirkungsvoll verhindert werden.


Der Polyp muss weggeschnitten werden, dies geschieht in der Regel mit einer stromführenden Schlinge. Zur Vorbeugung von möglichen Komplikationen (Blutungen oder Perforationen) gibt es eine Reihe von zusätlichen Maßnahmen, die vom Arzt gezielt genützt werden können. z.B. Unterspritzen mit eine blutstillenden Lösung, Anbringung einer Schlinge oder von sog. Clips, die das Gewebe schließen etc. Aus diesem Grund kann heute die überwiegende Anzahl von Abtragungen in der Praxis und ambulant durchgeführt werden.

Die echten Darmwandverletzungen sind selten (bei uns bei ca. 1 auf 5000 Untersuchungen). Dies mußten bisher operativ versorgt werden, neuerdings verfügen wir über ein Verfahren, die dies möglicherweise verhindern kann.


Nach einer Abtragung sind Kontrolluntersuchungen notwendig. Der Zeitpunkt wird in Abhängigkeit vom feingeweblichen Befund des Polypen gewählt. In der Regel erfolgt die Kontrolle nach drei Jahren. Es können aber auch kürzere Abstände notwendig werden.

  • APC (Aron-Plasma-Coagulation)

Eine weitere hilfreiche Therapiemöglichkeit, die wir in der Praxis anbieten, ist die sogenannte APC (Argon-Plasma-Coagulation), mit deren Hilfe Blutungen verschorft werden können. Häufig entwickelne sich nach Bestrahlungen der Prostata oder des Mastdarmes kleine, leicht verletztliche Gefäßneubilungen, die bluten könenn. Mit Hilfe der APC-Therapie können diese leicht gestoppt werden, dies trifft auch für Gefäßneubildungen anderer Art zu (z.B. Angiodysplasien des Dickdarms oder bei dem sogenannten Wassermelonen-Magen).

 

  • Bougierung bzw. Ballondilatation:

Die Bougierung oder Aufdehnung kann bei bestimmten Formen der Darmwandeinengung eine wirksame Therapie sein, um den Verschluss oder dadurch bedingte Beschwerden zu beseitigen.

Bei narbigen Enggstellung der Speiseröhre wird in der Regel eine Erweiterung durch sog, Bougies in mehreren Sitzungen durchgeführt werden. Dieses Vorgehensweise eignet sich für gutartige, vor allem narbige Veränderungen. Bei diesem Verfahren werden längliche Dehner über einen Führungsdraht vorgeschoben und dann die Engstelle aufgeweitet. Durch Wechsel wird langsam die Dicke der Dehner erhöht und so eine stetige Erweiterung der Engstelle über mehrere Sitzungen durchgeführt.

Bei kurzstreckigen Einengungen kann vor allem im Bereich der Darmwand bei entzündlichen oder narbigen Veränderungen einen sog, Ballondilatation erfolgen. Dabei wird ein flüssigkeitgefüllter Ballon mit großen Druck (8 bar) aufgefüllt und eine Engstellung aufgedehnt. Dabei weitet sich das Gewebe entsprechend dem Durchmesser des Ballons.

Häufig müssen diese Behandlungen mehrfach ausgeführt werden, um ein bleibendes Resultat zu erzielen. Bei Erfolg kann so einer Operation vorgebeugt werden. Das Einbringen von Netzgitternrohres (Stent) zum Überbrücken einer bösartigen Engstelle kann auch zur Vermeidung eines Verschlusses hilfreich sein, wird aber bei uns in der Praxis nicht durchgeführt.

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Endoskopie

 

Warum hat die Endoskopie solch einen hohen Stellenwert ?

Die endoskopische Untersuchung des Magens und des Darmes hat viele Vorteile. Sie liefert scharfe Bilder genau der Regon in der viele Krankheiten, insbesondere Entzündungen und Tumoren, entstehen. Die Genauigkeit ist gegenüber anderen Verfahren wie z.B. dem Röntgen, Labor und Ultraschall unerreicht. Außerdem kommt es nicht zur Strahlenbelastung. Zur Ergänzung kann die Diagnose durch die Entnahme kleiner Gewebsproben (Biopsien) verbessert werden. Diese Proben können in einem Institut später mikroskopisch untersucht werden. Bei Erkrankungen kann in vielen Fällen sofort therapiert, z.B. polypektomiert, werden.

 

Sind die Endoskope hygienisch aufbereitet ?

Bei uns werden die Instrumente mit der aufwändigen maschinellen Aufbereitung nach modernsten Standards sorgfältigst gereinigt. Für Biopsien und Polypektomien wird ausschliesslich Einmalmaterial verwendet. Es erfolgen regelmäßige mikrobiologische Tests durch eine Hygienefachkraft mit bisher ausnahmslos exzellenten Ergebnissen.


Ist eine Darmspiegelung nicht sehr unangenehm ?

Die Untersuchung selbst ist durch die Anwendung der Beruhigungsspritze völlig schmerz - und stressfrei. Wichtig ist zu bedenken, dass Sie anschließend nicht Auto fahren dürfen. Etwas lästig ist die Darmvorreinigung. Diese beginnt einen Tag vor der Untersuchung und folgt einem Schema, welches Sie bei Anmeldung in der Praxis erhalten. Sie dürfen etwa einen Tag vor der Untersuchung keine feste Nahrung zu sich nehmen und müssen eine größere Menge Flüssigkeit trinken. Dies kann zwar ungewohnt und teilweise anstrengend sein, ist aber im Sinne der Darmflora oft auch nützlich und sinnvoll.


Ist eine Darmspiegelung auch sinnvoll wenn ich keine Beschwerden habe ?

Ja. Zur Vorsorge ist die Darmspiegelung eine wichtigsten Methoden überhaupt. Darmkrebs ist eine sehr häufige Todesursache in der westlichen Welt. Fast alle Fälle könnten vermieden werden wenn die Betroffenen früh eine Darmspiegelung erhielten. Der Darmkrebs entwickelt sich nämlich über Jahre aus zunächst gutartigen Vorstufen, den Polypen, die irgendwann entarten und sich im weiteren Verlauf als Krebszellen im Körper verteilen. Wartet man mit einer Spiegelung bis Beschwerden auftreten, ist eine Heilung oft nicht mehr möglich. Deshalb ist es in Deutschland eine generelle Empfehlung ab dem 55. Lebensjahr eine Vorsorgecoloskopie durchzuführen, um zu erkennen ob eine Polypen- und damit Darmkrebsneigung besteht.


Wie kann ich eine Vorsorge-Coloskopie erhalten ?

Wenn Sie gesetzlich versichert sind, gilt für Sie die Regel, daß eine Darmspiegelung ab dem 55.Lebensjahr von den Krankenkassen empfohlen und bezahlt wird, auch wenn keine Beschwerden bestehen. In jüngeren Jahren ist dies nur bei Beschwerden oder als Selbstzahlerleistung möglich.


Werden Sie auch vom Gesundheitsamt überprüft ?

Unsere letzten, natürlich erfolgreichen Prüfungen durch das Gesundheitsamt
selbst, waren 2011 und 2016. Darüberhinaus führen wir arbeitstäglich eigene Kontrollen durch und lassen durch die Kassenärztliche Vereinigung halbjährlich größere Hygienekontrollen durchführen.