Aufbau und Funktion des Organs

Was ist die Bauchspeicheldrüse bzw. das Pankreas?

Die Bauchspeicheldrüse, in der Fachsprache Pankreas genannt, liegt versteckt hinter dem Magen und auf der Wirbelsäule zentral in unserem Körper. Diese Drüse kann man grob in drei Teile einteilen: Kopf, Körper und Schwanz. Der Bauchspeicheldrüsenkopf ist in naher Beziehung zum Zwölffingerdarm, der in der Fachsprache Duodenum genannt wird. Durch den Bauchspeicheldrüsenkopf zieht der Gallengang bis zu seiner Mündung zusammen mit dem Bauchspeicheldrüsengang an der sogenannten Papille im Duodenum. Der Bauchspeicheldrüsenschwanz liegt in enger Beziehung zur Milz . Der Bauchspeicheldrüsen-Körper liegt gerade vor dem Ursprung wichtiger Gefässe aus der Hauptschlagader (Aorta), welche die Leber, den Magen, den oberen Darm und auch die Bauchspeicheldrüse mit Blut versorgen.

Die Bauchspeicheldrüse erfüllt zwei Aufgaben:

1. Die Bauchspeicheldrüse ist wichtig für die Verdauung.
2. Die Bauchspeicheldrüse steuert die Blutzuckerregulation.

Die Bauchspeicheldrüse und die Verdauung


Die Bauchspeicheldrüse produziert wichtige Verdauungsfermente (Enzyme ). Dieser Verdauungssaft wird durch spezialisierte Zellen in der ganzen Drüse produziert, in ein weitverzweigtes Gangsystem ausgeschüttet, schliesslich in einem Hauptgang, dem sogenannten "Ductus pancreaticus ", gesammelt und in Richtung Zwölffingerdarm (Duodenum) geleitet. Kurz vor der Einmündung in den Zwölffingerdarm gesellt sich zu diesem Bauchspeicheldrüsensekret, das die wichtigen Verdauungsenzyme enthält, der Gallensaft, der aus der Leber kommt. Diese Sekrete werden in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet, wo die Bauchspeicheldrüsenenzyme aktiviert werden und schliesslich die vom Magen kommende Nahrung verdauen.

Die Bauchspeicheldrüse produziert etwa 30 verschiedene Verdauungsfermente (Enzyme), welche nach ihrer Aktivierung fähig sind, die Nahrung in kleinste Teile zu zerlegen. Diese Enzyme werden zwar in der Bauchspeicheldrüse produziert, aber erst nach Erreichen des Zwölffingerdarms aktiviert, so dass sie erst dort ihre Aufgabe wahrnehmen. Damit wird verhindert, dass diese Enzyme die Bauchspeicheldrüse selbst verdauen. Die drei wichtigsten Enzyme der Bauchspeicheldrüse heissen wie folgt:
- Amylase : verdaut mehrheitlich Kohlenhydrate (zuckerhaltige Nahrungsbausteine)
- Trypsin: verdaut mehrheitlich Eiweisse
- Lipase : verdaut mehrheitlich Fette


Die Zerlegung der Nahrungsbestandteile in kleinste Stücke ist notwendig, damit der Körper diese über den Darm aufnehmen kann. Fehlen die Bauchspeicheldrüsenenzyme, werden sowohl Zucker, als auch Eiweisse und Fette nicht richtig zerlegt, und der Darm ist nicht fähig, die Nahrung ins Blut aufzunehmen. Die Folge ist, dass unverdaute Speisen im Darm weiter befördert werden. Dies kann zu erheblichen Durchfällen, Blähungen und auch Bauchkrämpfen führen. Zudem kommt es durch Fehlen der Aufnahme der Nahrung in den Körper, zu einer stetigen Gewichtsabnahme.

Die Bauchspeicheldrüse und die Blutzuckerregulation


Die Bauchspeicheldrüse produziert, neben den Verdauungsenzymen, ein wichtiges Hormon, welches Insulin genannt wird. Dieses wird in spezialisierten Inselzellen produziert, welche in kleinen Häufchen in der ganzen Drüse, vor allem aber im Schwanz der Bauchspeicheldrüse, zu finden sind. Von dort aus wird das Insulin direkt aus der Bauchspeicheldrüse ins Blut abgegeben. Dieses Hormon ist entscheidend für die Blutzuckersteuerung. Es öffnet dem Zucker gewissermassen die Türen zu allen Körperzellen. Zucker ist eine wichtige Energiequelle unseres Körpers. Alle Zellen sind auf Zucker angewiesen. Nach Aufnahme des Zuckers aus dem Darm ins Blut, ermöglicht Insulin den Übertritt des Zuckers vom Blut in die verschiedenen Körperzellen. Hat es zuwenig oder gar kein Insulin mehr, kann der Zucker nicht vom Blut in die entsprechenden Körperzellen gelangen. Dadurch steigt der Zuckergehalt im Blut immer weiter an, was für den Menschen unangenehme und sogar lebensgefährliche Folgen haben kann. Zuckerkranke (Diabetiker) haben einen solchen mehr oder weniger ausgeprägten Mangel an Insulin.

Die Produktion von Bauchspeicheldrüsenenzymen und von Insulin sind weitgehend unabhängig voneinander. Kommt es aus irgend einem Grund zum Schaden am Pankreas, können beide Funktionen unabhängig voneinander gestört werden.

    Überblick zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

    Merkblätter zu Pancreaserkrankungen

      Mögliche Erkrankungen Pankreas / Bauchspeicheldrüse

      Überblick:


      1. Pankreaskarzinom - Krebs der Bauchspeicheldrüse
      2. Akute/chronische Pankreatitis - akute und chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse
      3. Endokrine Tumoren - hormonaktive Bauchspeicheldrüsentumoren
      4. Adenome - gutartige Geschwülste
      5. Zysten bzw. Flüssigkeitsansammlungen
      6. Zystische Tumoren - Neubildungen mit Hohlräumen und Flüssigkeitsansammlungen


      Enzündung der Bauchspeicheldrüse (Pancreatitis)

      Entzündung der Bauchspeicheldrüse

      Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis)

      Durch eine plötzliche und schwere Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann es zu einer Aktivierung von Verdauungsfermenten innerhalb der Bauchspeicheldrüse kommen, welche die Bauchspeicheldrüse zerstört.

      Alkohol ist die häufigste Ursache einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatits), die sowohl in akuter als auch in chronischer Form vorliegen kann. Die zweithäufigste Ursache der Erkrankung sind Gallengangsteine , die einen Rückstau von Gallen- und Pankreassekret verursachen. Manchmal sind auch Infektionen, Stoffwechselstörun- gen oder Medikamente verantwortlich. Es gibt auch eine seltene erb- liche Form der Bauchspeicheldrüsenentzündung.
      Krankheitsbild und Behandlung

      Heftige Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind Symptome die- ser Erkrankung, die unbehandelt durchaus gefährlich ist. Die Diagnose erfolgt über das Blutbild, eine Ultraschall- und eine endoskopische Untersuchung von Gallen- und Bauchspeicheldrüsengängen (ERCP) einschließlich einer eventuellen Entfernung von Gallengangsteinen.

      Die Therapie setzt Alkoholabstinenz voraus und setzt sich aus folgenden Anteilen zusammen: einer medikamentösen Schmerztherapie, einem Aussetzen der normalen Nahrungsaufnahme sowie bei Bedarf Sondenernährung, intensive Überwachung und gegebenenfalls die operative Behandlung von Komplikationen und/oder den zugrundeliegenden Ursachen. Die Behandlung erfolgt normalerweise im Krankenhaus, bei schwerem Verlauf mit Organversagen auch auf der Intensivstation.



      Chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis)

      Durch immer wiederkehrende unterschwellige Entzündungen und Schädigungen der Bauchspeicheldrüse, kann es zu einer langsamen Zerstörung der Bauchspeicheldrüse kommen. Das Bauchspeicheldrüsengewebe wird abgebaut und durch Narbengewebe ersetzt. Hierdurch wird die Verdauungsfunktion der Bauchspeicheldrüse immer schlechter, und es wird weniger Insulin produziert. Verdauungsstörungen und Blutzuckerkrankheit sind die Folge. Die häufigsten Ursachen für eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung sind Alkohol (ca. 80%), angeborene Gendefekte und weitere noch weitgehend unbekannte Ursachen.


        Tumore der Bauchspeicheldrüse

        Pankreas - häufige Tumorerkrankungen



        Der Bauchspeicheldrüsenkrebs ist in den westlichen Ländern bei Männern das vierthäufigste, bei Frauen das fünfthäufigste Karzinom Wie auch bei anderen Tumoren der Verdauungsorgane stellt der Bauchspeicheldrüsenkrebs keine einheitliche Erkrankung dar, sondern es werden verschiedene Formen unterschieden. Die häufigste Form ist das ductale Adenokarzinom, darüber hinaus gibt es aber eine ganze Reihe anderer Tumoren (Zystadenokarzinom, Acinuszellkarzinom, neuroendokrine Tumoren), die sich in ihrer Aggressivität und in ihrer Fähigkeit Metastasen zu bilden zum Teil sehr deutlich unterscheiden. Für den Pankreastumor ist das Rauchen der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor. Zudem geht man davon aus, dass beim Vorliegen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von des Bauchspeicheldrüsenkrebses besteht. Obwohl das Pankreaskarzinom auch bei jungen Menschen vorkommt, steigt das Risiko mit zunehmendem Alter deutlich an.

         

        http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Patienten-Besucher.104344.0.html

         

        http://www.pankreas-karzinom-zentrum.de/

         

         

         

        Bauchspeicheldrüsentumor / Pankreaskarzinom

        Welche Beschwerden entstehen beim Krebs der Bauchspeicheldrüse?

        Die Symptome des Bauchspeicheldrüsenkrebses sind relativ uncharakteristisch. Frühsymptome fehlen leider oft. Im weiteren Verlauf beobachtet man am häufigsten einen Leistungsknick, Unwohlsein, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Die Patienten klagen über unspezifische Schmerzen im Oberbauch, eventuell auch in den Rücken ziehend, die meist im Laufe der Erkrankung an Intensität zunehmen. Es kann bei Tumoren im Bauchspeicheldrüsenkopf zu einer Störung des Galleabflusses kommen. Dies führt zu einer Gelbsucht mit farblosem Stuhl, dunklem Urin und Hautjucken. Ausserdem beobachtet man häufig eine neu aufgetretene Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Patienten, die an einem Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden.
         

        Was sind die Ursachen?


        Die genauen Ursachen sind nach wie vor unbekannt. Als einziger Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs ist bisher das Rauchen erkannt worden. Hinsichtlich bestimmter Ernährungsgewohnheiten konnte keine Beziehung zum Bauchspeicheldrüsenkrebs nachgewiesen werden. Ob ein erhöhter Alkoholkonsum zu einem höherem Risiko führt, wird zur Zeit noch  diskutiert. Bei Patienten mit chronischer Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist das Risiko einer Krebsentwicklung deutlich erhöht.

        Wie kann man Bauchspeicheldrüsenkrebs früh erkennen?


        Es ist heutzutage leider häufig noch nicht möglich, den Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem frühen Stadium zu erkennen. Es gibt daher keine einfache Vorsorgeuntersuchung. An der besseren Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses wird zurzeit jedoch intensiv geforscht, und die Grundlagenforschung wird sicherlich neue und bessere Diagnoseverfahren in die klinische Praxis bringen.

        Welches sind die Komplikationen und Gefahren, die bei Bauchspeicheldrüsenkrebs auftreten können?


        Viele Patienten zeigen schon vor der Diagnose des Bauchspeicheldrüsenkrebses eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Nach der Operation beobachtet man vielfach ein Gleichbleiben dieser Situation, jedoch sind auch Verbesserungen oder Verschlechterungen der Zuckerkrankheit beobachtet worden. Häufig wird diese Zuckerkrankheit mit Diät oder Medikamenten behandelt. Nur selten ist eine Therapie mit Insulin (Spritzen) notwendig. Durch die Entfernung eines Teils der Bauchspeicheldrüse kann es zu einer erniedrigten Produktion der Verdauungsenzyme kommen. Dies äussert sich in Verdauungsstörungen, Blähungen oder Durchfall. Diese Situation kann sehr einfach mit Tabletten (bzw. Kapseln), die Bauchspeicheldrüsenenzyme enthalten, behoben werden.


        Therapie / Behandlungsmethoden

        Die chirurgische Therapie, das heisst, das Entfernen des Tumors ist die einzige Behandlung, die eine Chance auf Heilung verspricht. Diese kann nur erfolgen, wenn eine Metastasierung der Krebszellen in andere Organe, wie z.B. die Leber oder die Lunge, ausgeschlossen wurde. Ausserdem darf der Tumor nicht in die umgebenden Gefässe eingewachsen sein, da ansonsten eine vollständige Entfernung des Tumors nicht möglich ist. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass nur ungefähr bei 15% bis 20% aller Patienten die Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankung in einem genug frühren Stadium, das eine radikale lokale chirurgische Entfernung noch zulässt, erkannt wird. Dabei müssen, neben dem Tumor und dem angrenzenden Teil der gesunden Bauchspeicheldrüse, der angrenzende Gallengang, die Gallenblase, der Zwölffingerdarm und gelegentlich auch ein Teil des Magens entfernt werden.

        Bei fortgeschrittenem Tumorstadium kann eine vollständige Tumorentfernung häufig nicht mehr durchgeführt werden. Das Ziel der Behandlung ist es dann die Symptome des Patienten zu lindern. Bei Gallenrückstau und Gelbsucht muss der Gallenabfluss wieder hergestellt werden. Dies kann einmal endoskopisch durch die Einlage eines Schlauches in den Gallengang geschehen (sogenannter Stent) oder durch eine Operation, bei der ein Darmstück auf die Gallenwege genäht wird, um so den Galleabfluss zu sichern (biliodigestive Anastomose). Wächst der Tumor in den Zwölffingerdarm ein, kann es zu einer Störung der Nahrungspassage kommen, das heisst, die Speise gelangt nicht oder nur schlecht vom Magen in den Darm. Mit einer Operation kann man eine Verbindung zwischen dem Magen und dem Dünndarm schaffen, um dieses Hindernis zu umgehen (Gastroenterostomie).

        Der Nutzen der Strahlentherapie (Radiotherapie und / oder Chemotherapie) beim Bauchspeicheldrüsenkrebs wurde in den letzten Jahren intensiv untersucht und es liegen dazu neue, teilweise allerdings noch etwas widersprüchliche Ergebnisse vor. Gesichert gilt heute die Tatsache, dass auch der Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Erkrankung ist, welche mit geeigneten Chemotherapeutika behandelt werden kann. Es gibt verschiedene wirksame Substanzen und Substanzkombinationen, die jedoch teilweise noch im Rahmen von kontrollierten klinischen Studien geprüft werden.


        Betreffend des Nutzens der Strahlentherapie zeigen insbesondere Daten aus Europa, dass eine solche nicht wirksam ist. Sie wird deshalb in Europa auch kaum mehr eingesetzt. Es muss in diesem Zusammenhang der Vollständigkeit halber aber auch erwähnt werden, dass gewisse Krebszentren in den USA nach wie vor die Strahlentherapie kombiniert mit Chemotherapie teilweise vor, teilweise auch nach einer operativen Entfernung eines Bauchspeicheldrüsenkrebses einsetzten.

        Nachsorge

        Nach erfolgter Operation sollten die Patienten durch körperliche Untersuchungen, Laboruntersuchungen und eventuell auch radiologische Untersuchungen (Ultraschall, Computertomographie, Magnet-Resonanz-Tomographie) regelmässig kontrolliert werden. Die Organisation dieser Nachuntersuchung erfolgt zumeist in Zusammenarbeit mit den behandelnden Hausärzten. Eine weitere Behandlung mittels z.B. Chemotherapie wird häufig im Rahmen von Studien durchgeführt und individuell mit dem Patienten, Chirurgen, Onkologen (Krebsspezialisten) und den Hausärzten organisiert.

        Die Operation der Bauchspeicheldrüse ist in den letzten Jahren eine sehr sichere Methode geworden. Trotzdem überleben nur wenige Patienten, bei denen der Tumor entfernt wurde, die ersten 5 Jahre nach der Operation. Patienten, bei denen eine Tumorentfernung nicht möglich war, leben selten länger als 1 Jahr. Die intensiven Forschungen in diesem Gebiet lassen hoffen, dass es in den nächsten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung dieser Situation kommen wird. Hier ist insbesondere die Gentherapie zu nennen. In den letzten Jahren hat sich das Wissen um die komplizierte Entstehung des Bauchspeicheldrüsenkrebses wesentlich erweitert.

        Die sorgfältige Abklärung von Patienten mit Tumoren der Bauchspeicheldrüse erfolgt mit den oben erwähnten speziellen Untersuchungsmethoden Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanz und ERCP. Die Wahl der einzelnen Methode erfolgt individuell, aber CT des Bauchraumes in Kombination mit ERCP oder MRI demonstrieren häufig, ob eine Operation erfolgen sollte oder nicht. Entscheidend ist die Qualität der Untersuchungen, die je nach Erfahrung und Untersuchungstechnik von Institution zu Institution unterschiedlich sein kann. Im Hinblick auf eine Operation sollte ein Team von spezialiserten Aerzten diese Untersuchungen analysieren.

        Betreuung nach Operation



        Ein Teil meiner Bauchspeicheldrüse wurde entfernt - wie weiter?


        Bei Patienten, bei welchen ein Teil oder sogar die ganze Bauchspeicheldrüse entfernt werden musste, kann es je nach Ausdehnung der Entfernung zu einer Funktionseinschränkung der Bauchspeicheldrüsenfunktion kommen. Dabei stehen folgende zwei Probleme im Vordergrund: - zu wenig Pankreasenzyme (führt zu Verdauungsproblemen) - zu wenig Insulin (führt zu hohem Blutzucker) Diese Mangelzustände können mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden.

        Pankreasenzymsubstitution


        Heute sind gute, moderne Präparate auf dem Markt, welche Substanzen enthalten, die die Enzyme der Bauchspeicheldrüse ersetzen (z.B. Creon). Diese Enzympräparate müssen zu allen Hauptmahlzeiten und auch bei fett- oder proteinreichen Zwischenmahlzeiten ("Snacks") eingenommen werden. Die nötige Dosierung ist von Patient zu Patient unterschiedlich und richtet sich nach dem Nahrungstyp und schliesslich nach dem Beschwerdebild des Patienten. Entscheidend ist, dass unter dieser Therapie ein Völlegefühl und die stinkenden Durchfälle mit Fettauflagerungen verschwinden. Typischerweise müssen 2-3 Kapseln zu den Hauptmahlzeiten eingenommen werden und 1-2 Kapseln zu den Zwischenmahlzeiten. Wichtig ist, dass die Pankreasenzyme mit der Nahrung in Kontakt kommen, da sie nur so ihre Wirkung erfüllen können. So werden pro Tag zwischen 6-12 Kapseln benötigt. Allerdings kann die Anzahl auch bedeutend höher oder niedriger sein, je nach noch vorhandener Restfunktion der Bauchspeicheldrüse. Pankreasenzympräparat (z.B. Creon forte / Creon 10'000) Diese Enzympräparate sind meistens sehr gut verträglich und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Ganz selten kann es zu einer allergischen Reaktion kommen.

        Insulinsubstitution


        Sollten sich infolge der Bauchspeicheldrüsenkrankheit oder der Operation hohe Blutzuckerwerte zeigen, ist es notwendig, eine entsprechende Blutzuckertherapie durchzuführen. Anfänglich, und bei nicht stark erhöhten Zuckerwerten im Blut, kann dies mit Hilfe von angepasster Nahrungsaufnahme und Tabletten erfolgen, welche den Zuckerspiegel beeinflussen. Allerdings braucht es bei ausgedehnten Resektionen manchmal auch eine direkte Insulinersatzbehandlung. Für die Insulinersatzbehandlung stehen heute die verschiedensten Insulintypen zur Verfügung, welche entweder tierischen Ursprungs oder aber gentechnologisch hergestellt sind. Sie sind meistens identisch mit dem menschlichen Insulin und werden deshalb als Humaninsuline bezeichnet. Allen Insulintypen ist es gemeinsam, dass sie gespritzt werden müssen. Die grosse Auswahl an Insulintypen erlaubt es, die Therapie sehr individuell zu gestalten. Es kann speziell auf Ernährungsgewohnheiten geachtet werden. Ziel einer jeden Therapie ist dabei das persönliche Wohlbefinden und eine gute Einstellung des Blutzuckerwertes. Damit können schwere Folgeschäden in der nahen und fernen Zukunft vermieden werden. Speziell in der Anfangsphase ist eine engmaschige Betreuung durch den Hausarzt oder Spezialisten erforderlich.

        Meine Milz wurde entfernt - wie geht es weiter?


        Es ist möglich, dass im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsenoperation die Milz mitentfernt werden musste. Dies kann insbesondere bei Tumoren im Bereich des Pankreasschwanzes notwendig sein. Es ist gut möglich ohne Milz zu leben. Die Milz spielt eine gewisse Rolle in der Immunabwehr des Menschen. Ohne Milz ist man empfindlicher für gewisse bakterielle Infektionen. Um den Patienten vor Infektionen nach einer Milzentfernung zu schützen, sollte er nach der Operation entsprechende Impfungen erhalten. Nach etwa 3 bis 5 Jahren müssen nach den heutigen Richtlinien diese Impfungen wiederholt werden. Weiterhin sollte der Patient in Zukunft beim Auftreten einer schweren Infektionskrankheit den Hausarzt aufsuchen und diesen auf die Tatsache aufmerksam machen, dass er oder sie keine Milz mehr hat. Der Arzt wird dann entscheiden, ob eine antibiotische Therapie notwendig ist. Weiterhin kann es nach einer Milzentfernung zu einem Anstieg der Blutplättchen (Thrombozyten) kommen. Es ist insbesondere in den ersten Woche nach der Milzentfernung wichtig, diese regelmässig zu kontrollieren. Denn bei zu hohem Anstieg der Blutplättchen kann es zu einer Verdickung des Blutes und zu Thrombosen kommen. Bei einem entsprechend zu hohen Anstieg, wird Ihnen Ihr Arzt vorübergehend Blutverdünnungsmedikamente verordnen, um die Thrombosegefahr gering zu halten.

         

        Nachsorge


        Nach einer Pankreasoperation bei chronischer Entzündung müssen regelmässig Kontrollen der Verdauung und des Blutzuckers vorgenommen werden. Dies kann meist kompetent durch den Hausarzt erfolgen. Eine routinemässige Nachsorge mittels radiologischer Verfahren (z.B. CT) ist nicht notwendig. Allerdings sollte die spezialisierte Klinik, welche die Operation vornimmt miteinbezogen werden, da operationsspezifische Probleme auftreten können.