Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

 

Kurzfassung (für weitere Informationen "Überblick" anklicken)

 

Wir unterscheiden zwei Formen der Erkrankung, die Colitis ulcerosa und den Morbus Crohn. Diese Erkrankungen haben in den industrialisierten Ländern in den letzten Jahrzehnten an Häufigkeit stark zugenommen. Es handelt sich um eine Entzündung meist des Dickdarms und/oder Dünndarms, die chronisch verläuft oder in akuten Schüben immer wieder auftritt.

Typische Symptome der CED sind Durchfälle mit mehr als drei Stuhlentleerungen täglich, Blutungen, Bauchschmerzen, in einigen Fällen auch Gewichtsabnahme oder Fieber. Ein Befall von weiteren Organen wie der Gallenwege, der Gelenke, der Augen oder der Haut im Sinne von Begleiterkrankungen kann in seltenen Fällen auftreten.


Die Ursache ist auch heute noch unklar, es handelt sich etwas vereinfacht um einen Barrieredefekt sowie eine überschießende Reaktion der im Darm lokalisierten Abwehrzellen des Immunsystems auf einen noch unbekannten  Auslöser im Inneren des Darms selbst. In der Folge kommt es zu einer Entzündung unterschiedlicher Ausprägung, die zu Rötungen, Schwellungen, Verletzungen bis hin zur Geschwürsbildung im Bereich der Darmschleimhaut führt.

Die Colitis ulcerosa betrifft ausschließlich den Dickdarm während  der Morbus Crohn meist den Dickdarm und den unteren Teil des Dünndarmes, in seltenen Fällen können auch die oberen Abschnitte des Magen-Darm-Traktes befallen sein. Beide Krankheitsbilder lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden. Charakteristisch für beide ist der schubartige Verlauf, d. h. nach einer aktiven Krankheitsphase kann es Monate oder Jahre dauern, in denen keine schweren Krankheitssymptome auftreten. Diese rückfallfreien Intervalle bedeuten leider nicht, dass die Krankheit geheilt ist.

 

Die Diagnose wird in erster Linie durch die Endoskopie gestellt, zusätzlich sind die Sonographie, Blutuntersuchungen und eine Stuhldiagnostik hilfreich.

 

Zur Behandlung des akuten Schubes stehen zunächst lokal entzündungshemmende Medikamente wie u.B. die Aminosalicylate oder auch verschiedene cortisonhaltige Medikamente zur Verfügung. Bei jedem zweiten Patienten kann leider bei dauerhafter Aktivität das Kortison nícht abgesetzt werden. Solche Patienten werden meist von gastroenterologischen Fachpraxen mit speziellen Medikamenten (Immunsuppresiva) wie z. B. Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Methotrexat behandelt. Seit genau 15 Jahren sind sehr wirksame Substanzen (sog. Biologika) verfügbar, wie z.B. Remicade oder Humira, die eine deutliche Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten gebracht haben und in unserer Praxis auch ambulant durchgeführt werden.

Entscheidend erscheint uns der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Patient und behandelndem Arzt und dem Hausarzt um die Erkrankung erfolgreich zu behandeln und eine hohe Lebensqualität für den Patienten zu sichern. Grundlage der Behandlung sind für uns natürlich auch die Leitlinien der Fachgesellschaften.