Darmvorsorge ist wichtig!

Darmkrebs ist sehr häufig!

 

 

Jährlich werden in Deutschland etwa 70.000 bis 80.000 Darmkrebse  neu diagnostiziert. Damit steht die Bundesrepublik im internationalen Vergleich der Darmkrebs-Häufigkeit an der Spitze. Jährlich sterben hierzulande etwa 28.000 bis 30.000 Menschen an dieser Krankheit.

 


Das Risiko eines Bundesbürgers, an Darmkrebs zu erkranken beträgt ca. fünf bis acht Prozent. Ab dem 50. Lebensjahr verdoppelt sich die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen. Männer sind häufiger und sogar ca. 10 Jahre früher als Frauen betroffen.  So stellt der Darmkrebs in Deutschland heute für die Gesamtbevölkerung die häufigste Tumorerkrankung überhaupt dar. Dabei rangiert der Darmkrebs bei Männern nach Prostatakrebs und bei Frauen nach Brustkrebs jeweils an zweiter Stelle.  Im Schnitt benötigt der Weg vom gutartigen Tumor bis zum bösen Tumor einen Zeitraum von 8-15 Jahren. Genau darin besteht die Vorsorgechance!

 

Beim Darmkrebs gibt in der Regel keine frühen Warnzeichen für die Erkrankung,  d.h. der Betroffene wird ein Darmkrebs leider erst sehr spät bemerken. Werden Darmkebse durch Blutung, Schmerzen oder geänderten Stuhlgewohnheiten entdeckt, liegt oft schon fortgeschrittenes Stadium mit einer eher schlechten Prognose vor. Dies muss heute nicht mehr sein.

 

Bei endoskopischen Vorsorge-Untersuchungen werden bei fast 20 % der beschwerdefreien Menschen Polypen gefunden. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen (eigentlich Tumore!) der Darmschleimhaut, aus denen sich im Laufe der Jahre Darmkrebs entwickelt. So gelingt es mit einer Spiegelung, noch harmlose Vorstufen von Darmkrebs zu entdecken und in gleicher Sitzung endoskopisch zu entfernen. Seltener wird ein Tumor bei der Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Die Heilungschancen sind dann in aller Regel jedoch sehr viel besser als bei den Patienten, die erst wegen Beschwerden zur Darmspiegelung gegangen waren (s.o.). 

 

Ziel der Darmkrebsvorsorge ist also die Entdeckung und Entfernung von Darmpolypen bevor sie zu Darmkrebs werden. Vorbeugen ist besser. Bei frühzeitiger Diagnose ist der Darmkrebs fast immer heilbar.  Dies wird durch die wissenschaftliche Auswertung des Vorsorgekoloskopie-Programms in Deutschland durch die Bundesärztekammer dokumentiert, an der auch die Gastroenterologische Praxis am Siebengebirge teilnimmt (s.u.).

 

Jährliche Stuhltests und eine Vorsorgedarmspiegelung alle 10 Jahre senken das Darmkrebsrisiko um bis zu 90 %. Daher gehört seit dem Oktober 2002 die endoskopische Darmspiegelung in Deutschland zu den Leistungen der Krankenkassen. Vorsorge senkt die Darmkrebsrate!

Gibt es Risikogruppen?

Wer soll mitmachen bei der Darmkrebs-Vorsorge?


Jede/jeder über 50 Jahre sollte das Angebot der Darm Krebsvorsorge nutzen.

Zu besonderen Risikogruppen gehören die Menschen, die in ihrer Familie Angehörige mit Darmkrebs haben oder hatten und Menschen, die über Jahre an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leiden.

Wer gehört zu besonderen Risikogruppen hinsichtlich der Darmkrebsentstehung?

1. Verwandte 1. Grades von Patienten mit Darmkrebs haben ein erhöhtes Risiko an einem Darmkrebs zu erkranken. Sie sollten sich ca. 10 Jahre vor Erkrankungsalter des Verwandten einer Koloskopie unterziehen, dasselbe gilt für Patienten, bei deren Verwandten 1. Grades vor dem 60. Lebensjahr ein Polyp entfernt wurde.

2. Anlageträger für ein vererbtes kolorektales Karzinom, d.h. Patienten, die in der Familie mindestens drei Familienmitglieder mit Darmkrebs haben, wo mindestens zwei aufeinanderfolgende Generationen betroffen sind und ein Erkrankter jünger als 50 Jahre alt ist sowie ein Familienmitglied erstgradig verwandt ist , gehören frühzeitig koloskopiert.
Konsultieren Sie in unklaren Fällen den Arzt.

3. Risikopatienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen müssen ca. alle 2 Jahre nach einer Erkrankungsdauer von mehr als 10 Jahren koloskopiert werden.

Welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es?

Wie funktioniert Darmkrebs-Vorsorge?

 

Die Methoden der Früherkennung unterscheiden sich vor allem durch die Sicherheit der Untersuchungsergebnisse.


Stuhluntersuchung (Okkult-Blut-Stuhltests)

Mit dem klassischen Haemoccult-Stuhlbluttest, der von den Krankenkassen erstattet wird, können unsichtbare Blutspuren im Stuhl als Hinweis auf Polypen oder Tumoren erkannt werden. Der Test wird ab dem Alter von 50 Jahren einmal jährlich durchgeführt. Polypen bluten aber nicht immer und so ist es wichtig, diesen Test nicht nur einmal, sondern regelmäßig durchzuführen. Nur wer sich regelmäßig einmal pro Jahr testet, hat damit die Möglichkeit, nachweislich nur mit dieser Methode sein Darmkrebsrisiko bis zu 30-40% zu verringern, wenn bei positivem Test koloskopiert wird. 50% der Karzinome werden aber übersehen.

 

Der immunologische Stuhltest der neuen Generation („FIT“, „iFOBT“) scheint sensitiver menschliches Blut im Stuhl nachzuweisen. Dieses Verfahren wird derzeit jedoch noch nicht von den gesetzlichen Kassen finanziert, da er auch bei anderen Krankheiten anzuschlagen scheint und tatsächlich immer noch einige Karzinome in manchen Studien in 10-20% übersehen wurden.

Die derzeit wissenschaftlich in Erprobung stehenden DNA- und Tumormarker-Stuhlteste sowie der M2PK-Stuhltest werden auch in den neuesten Leitlinien von 2012 der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (www.DGVS.de) nicht empfohlen.

 

Darmspiegelung (Koloskopie):

Die effektivste und treffsicherste Methode die Darmspiegelung. Sie ist als einzige Untersuchungsmethode in der Lage, auch kleinste Veränderungen der Darmschleimhaut sicher zu erkennen, Gewebeproben (Biopsien) aus der Darmschleimhaut zu liefern. Werden Polypen entdeckt, können diese direkt und völlig schmerzlos entfernt werden. Bei optimaler Vorbereitung, die nur durch eine effektive Trinklösung gewährleistet ist, und bei einem dann unauffälligen Untersuchungs-Ergebnis, ist eine Kontrolle nach Berechnung verschiedener wissenschaftlicher Gremien für dien Durchschnittsmenschen erst wieder nach 10 Jahren notwendig. Werden Dickdarmpolypen nachgewiesen, sind frühere Kontrollen nach wissenschaftlich festgelegten Leitlinien empfohlen. Der Aufwand der ambulant durchgeführten Untersuchung ist gering. Auch die Vorbereitung ist heutzutage gut machbar. Praxen wie die Gastroenterologische Praxis am Siebengebirge sind auf diese Untersuchung spezialisiert. Langjährige Erfahrung und modernste Gerätetechnik sind hier die Grundlage.


Virtuelle Koloskopie (errechnete "Röntgen-Darmspiegelung").

Diese Untersuchung wird mit einer Computertomographien (CT) oder Magnetresonanz-tomographie (MRT) durchgeführt. Auch hier ist eine Vorbereitung durch eine Trinklösung notwendig. Nachteil bleibt weiterhin, dass kleine Damenpolypen und insbesodere flache Polyen und entzündliche Veränderungen nicht sicher erkannt werden und insbesondere nicht Gewebeproben abgeklärt werden können. Ebenfalls von nachteil ist es, dass  bei Nachweis von Darmveränderungen immer die echte Darmspiegelung folgen muss, also eine  Abführmaßnhme erfolgt. Es handelt sich außerdem bei der virtuellen Koloskopie auch nicht um eine Kassenleistung! Der Stellenwert dieser Untersuchung liegt derzeit eher darin, dass Patienten, bei denen die Darmspiegelung aufgrund technischer Probleme nicht gelungen ist, dann radiologisch untersucht werden können. Diese Untersuchung bietet zwar nicht die hohe Treffsicherheit einer Endoskopie, ist aber deutlich besser als eine Darmkrebsvorsorge mit Stuhlbluttesten.

 

 

Wer kümmert sich darum?

Wir kümmern uns darum!

 

Vorsorgekoloskopien dürfen in Deutschland nur von speziell ausgebildeten Ärzten mit zusätzlicher Fachkunde Vorsorgekoloskopie durchgeführt werden.

 

Eine Mindestzahl an Untersuchungen und Polypenabtragungen müssen dabei jährlich zur Aufrechterhaltung der Zulassung erbracht werden. Bei den niedergelassene Gastroenterologen müssen darüber hinaus auch noch spezielle Hygienetests an der Geräteaufbereitung bestanden werden. 

 

Für die endoskopische Untersuchung wird man z.B. von den hausärztlichen oder urologischen bzw. gynäkologischen Kollegen/Kolleginnen an spezialisierte Praxen wie die Gastroenterologische Praxis am Siebengebirge überwiesen.

 

Wir sind Kooperationspartner des Darmzentrums Bonn/Rhein-Sieg (www.IDZB.de) sowie des Kompetenznetzes Darmerkrankungen ( www.kompetenznetz-ced.de ).
 Die Vernetzung und Kommunikation mit kompetenten Partnern beteiligter medizinischer Disziplinen garantiert eine individuell optimale Behandlung.

 

Ein persönliches Vorbereitungs-Gespräch und Erläuterung der Untersuchung und anschließend des Ergebnisses sind selbstverständlich. Auch im Fall der Diagnose einer Darmerkrankung erhält der Patient hier kompetenten Rat und Betreuung.

 

 

Wissenschaftliche Ergebnisse

Wie sehen die Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie aus?



Das Zentralinstitut der Kassenärztlichen Vereinigung in Berlin wertet die anonymisierten Daten der in Deutschland zugelassenen Gastroenterologen, so auch die Ergebnisse der Gastroenterologischen Praxis am Siebengebirge, wissenschaftlich aus.

Die aktuellen Daten der Vorsorgekoloskopie in Deutschland zeigen: (veröffentlicht vom Vorstand der kassenärztl. Bundesvereinigung Berlin)


Allein nur im Jahr 2010 wurden bei den gesetzlichen Kassenversicherungen 409700 reine Vorsorgekoloskopien durchgeführt, davon wurden 394667 Patienten ausgewertet. Privatpatienten und reguläre Krankenhauskoloskopien wurden bei diesen Berechnungen nicht berücksichtigt.

Bei endoskopischen Darmkrebsvorsorge wurden 2010 bei 30 % der beschwerdefreien Männer und 19% der Frauen adenomatöse Polypen mit Potential zur Krebsentstehung gefunden. Adenomatöse Darmpolypen sind gutartige Wucherungen (Tumore) der Darmschleimhaut, aus denen sich im Laufe vieler Jahre Darmkrebs entwickelt.

dass bei 9,0% der Männer und 5,1% der Frauen weit fortgeschrittene Adenome entdeckt und entfernt, d.h. behandelt wurden. Diese Gruppe hatte am meisten von der Vorsorge profitiert. Man geht davon aus, dass. Bei diesem Menschen durchschnittlich nach einer Zeit von 2-6 Jahren ein Karzinom (Darmkrebs) entstanden wäre.

Bei 0,6-0,8 % der Patienten wurde Darmkrebs diagnostiziert, der zu fast 70% in den prognostisch günstigen UICC Stadien I und II lagen und damit eine bessere Prognose aufwiesen.

Die Sicherheit der Früherkennungskoloskopie ist bei einer Komplikationsrate von 2,1/1000 Untersuchungen (im Jahr 2010) auch im internationalen Vergleich hoch. Die Hauptkomplikation stellen Blutungen dar (1,3/1000 Fälle), wenn größere Polypen abgetragen wurden, gefolgt von Herzkreislaufproblemen (0,4/1000 Fälle) und Darmwandverletzungen (0,2/1000 Fälle).

 

• Berechnungen des Deutschen Krebsforschungsinstitutes besagen (Brenner H. et al; DÄB 2010; 107 (43):753-9), dass in dem Zeitraum von 8 Jahren ca. 100.000 Darmkrebsfälle durch die Vorsorgekoloskopie verhindert wurden!



Ergebnisse der Vorsorgekoloskopie in Deutschland (Links)

 

http://www.idzb.de/informationen-fuer-medizinisches-personal/vorsorge/vorsorgekoloskopie.html

http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2010/dkfz_pm_10_64-Darmspiegelung-hilft-100000-Darmkrebsfaelle-weniger-nach-nur-acht-Jahren.php

 

http://www.aerzteblatt.de/archiv/78909/Zwischenbilanz-der-Frueherkennungskoloskopie-nach-acht-Jahren-Eine-Hochrechnung-und-erste-Ergebnisse

 

http://www.zi.de/cms/projekte/studien/darmkrebs-frueherkennung