Juckreiz

Analer Juckreiz (Pruritus ani) und Hautreizung (Ekzem)

 

Ein sehr lästiges Problem stellt der anale Juckreiz dar. Die Ursachen sind vielfältig. Daher wären schrittweise verschiedene Arztgruppen zu Rate zu ziehen:

1. Hausarzt

2. Proktologe und Gastroenterologe

3. Hautarzt (Dermatologe)

Meist spielen eine gewisse anale Feuchtigkeit durch starkes Schwitzen oder übertriebener analer Hygiene eine entscheidene Rolle. Darüber hinaus können allergische Reaktionen auf Feuchttücher oder Bestandteile verschiedener Cremes/Salben oder Waschmittel ursächlich sein. Natürlich sollten Hautpilzerkrankungen und Wurmerkrankungen (z.B. Madenwürmer) bereits durch den Hausarzt ausgeschlossen werden. Der Enddarmspezialist könnte Hämorrhoiden und weitere Erkrankungen der Analhaut (Fisteln, Fissuren, Candylome, etc. pp) ausschließen und behandeln, die einen Juckreiz hervorrufen könnten. Selten müssen auch echte Darmekrankungen zusätzlich ausgeschlossen werden. Auch der Hautarzt kann Erkrankungen aus seinem Fachgebiet ausschließen (z.B. anale Schuppenflechte, Acne inversa etc. pp.).

Selten können zusätzlich urologische und gynäkologische Untersuchungen erforderlich werden.

Merkblatt (für Ärzte) zur lokalen Therapie analer Hautprobleme

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden


Hämorrhoiden sind knotige Strukturen, die oberhalb des Schließmuskels am Enddarmausgang sitzen. Sie sind wichtig für die Stuhlkontrolle. Beschwerden entstehen bei krankhaften Veränderungen. Typische Symptome sind Brennen, Juckreiz und Blutungen, zu denen im späteren Stadium Schmerzen, Stuhlschmieren und ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung hinzukommen können. Das Hämorrhoidalleiden kann schwerwiegendere Erkrankungen verdecken und bedarf einer Untersuchung.


Diagnostik und Behandlung

Je nach Schwere der Symptome, die von lästigem Jucken und gelegentlichem Bluten bis hin zu dauerhaftem Heraustreten von Schwellungen reichen können, werden Hämorrhoiden in Stadien eingeteilt. Vor jeder Maßnahme ist die Abgrenzung gegenüber anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen wichtig. Es wird eine Spiegelung des Enddarms (Proktoskopie) durchgeführt. Höher im Darm gelegene Blutungsquellen können durch eine Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) ausgeschlossen werden.

In einem frühen Stadium reicht oft eine Nahrungsumstellung aus. Ergänzend kann der Arzt Zäpfchen oder Salben verschreiben. Meist hilft eine mehrmalige Verödung (Sklerosierung) oder das Abbinden mit kleinen Gummiringen (Ligatur nach BARRON). Dies geschieht in der Regel schmerzfrei.
 
In fortgeschrittenem Stadium, bei großen, permanent aus dem After hervortretenden Hämorrhoiden, kann eine operative Entfernung der Knoten erforderlich sein. Bei dem Eingriff werden die Knoten unter Narkose entfernt und die versorgenden Blutgefäße werden verödet.


Links:
http://www.haemorrhoiden.net

http://www.onmeda.de/krankheiten/haemorrhoiden.html

http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Haemorrhoiden

Aufklärungsbogen Hämorrhoidenbehandlung und Broschüren

Analfissur

Analfissur

 

Es werden die häufig vorkommenen klassischen von den selten vorkomemnden atypischen Fissuren unterschieden. Während die atypischen Fissuren mit anderen Erkrankungen verbunden sein können und einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen, sind die klassischen Fissuren relativ einfach zu behandeln.

Allgemein gesprochen versteht man unter einer Fissur einen schmerzhaften Einriss, frei nach dem lateinischen Wort Fissura", das soviel wie Ritze" bedeutet.

 

Dementsprechend ist eine Analfissur eine schmerzhafte Darmerkrankungen im Bereich des Enddarms. Hierbei handelt es sich um eine geschwürsartige Veränderung im Bereich des Aftereinganges, welche einem Längsriss in der Haut ähnelt. Aufgrund von Entzündungen und den Einrissen entwickeln sich geschwürartigen Defekte im Afterinnern, die in den meisten Fällen ist diese hinten, das heißt steißbeinnah liegen. Diese verursachen massive Schmerzen, vor allem während und oft auch nach der Stuhlentleerung, besonders bei fester Stuhlbeschaffenheit. Von Blutstreifen am Toilettenpapier bis hin zu tropfenden Blutungen aus dem After kann alles auftreten. Aufgrund des Schmerzes reagiert ein Teil des Schließmuskelorgans mit einer erheblichen Verengung des Afters, wodurch sich wiederum das Abheilen der Fissur verzögert.

 

Eine eindeutige Entstehungsursache ist nicht bekannt, unter anderem kann eine harte Stuhlkonsistenz oder anhaltender Durchfall die Erkrankung auslösen. Bei Fortbestehen der Beschwerden kommt es leider häufig zu einem "Teufelkreis" aus Schmerzen sowie hieraus resultierender erhöhter Schließmuskelspannung . Der erhöhte Druck auf die Schleimhaut bewirktleider wieder eine schlechtere Durchblutung, der Wundgrund heilt nicht ab und infiziert sich, die Schmerzen nehmen zu und so weiter.

Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Analfissur. Eine akute Analfissur kann durch konservative (nicht operative Maßnahmen ) zur Abheilung kommen.

Meist werden spezielle Salben (Nitrate oder Diltiazem) angewendet, ganz selten wird ein Analdehner erforderlich. Diese Therapieformen kann der Patient selbst zu Hause anwenden. In den meisten Fällen führt diese Behandlung  zur Abheilung und Beschwerdefreiheit. Daneben ist eine Schmerztherapie wichtig (analgesierende Salben, ggf. echte Schmerzmittel in Form von Tabletten oder Tropfen).

Ganz wichtig sit außerdem eine Stuhlregulation, die auf eine weiche  Stuhlkonsistenz zielt. Unter Einnahme von Milchzucker, Lactulose, Flohsamenpräparate oder milden Abführmittel kann eine schmerzhafte Stuhlpassage vermieden werden. Der Betroffene sollte darauf achten, das sein Stuhl weich aber geformt beschaffen ist. Dies erreicht er auch durch eine faserreiche Kost bei genügender Flüssigkeitszufuhr.

Halten die Beschwerden länger als sechs bis acht Wochen an, ist mit einer Spontanheilung aus oben genannten Gründen nicht mehr zu rechnen. Es handelt sich dann um eine chronische Analfissur. Diese kann bei längerem Bestehen durch eine tiefergehende Entzündung mit Fistelbildung im Schließmuskel kompliziert werden.

Die chronische Analfissur wird operativ behandelt. Es erfolgt in der Regel eine Entfernung des analen Geschwürs in Narkose unter Erhalt des inneren Schließmuskels. Nach der Operation kommt die saubere Wunde unter Durchführung von Sitzbädern problemlos zur Abheilung.

 

 

 

Links:
http://www.onmeda.de/krankheiten/analfissur.html

http://www.medizinfo.de/gastro/enddarm/analfissur.shtml
http://www.prosper-hospital.de/Behandlung-von-Analfissuren.800.0.html

http://www.kolo-proktologie.de/Krankheiten/Analfissur/analfissur.html



Analvenenthrombose

Analvenenthrombose

Analthrombosen, fälschlich "äußere Hämorrhoiden" genannt, sind schmerzhafte Knoten am Afterrand, die durch Blutgerinnsel in den Blutadern des Afterrandes entstehen. Sie können in örtlicher Betäubung entfernt werden. In leichteren Fällen können auch spezielle Zäpfchen und Cremes helfen.

 

Links:
http://www.bleib-gesund-service.de/Verdauungssystem/enddarmerkrankungen/analvenenthrombose



Vorpostenfalte

Vorpostenfalte oder Mariske (engl.: Skin tag)

 

Als Marisken werden schmerzlose Hautläppchen am Afterrand bezeichnet. Vom Volksmund werden sie oft auch als "äußere Hämorrhoiden" bezeichnet. Marisken sind in der Regel harmlos.


Auch wenn sie gelegentlich anschwellen, bedürfen sie keiner direkten Behandlung. Sollten es durch die Marisken zu größeren Hygieneproblemen kommen, können sie selbstverständlich auch beim Chirurgen entfernt werden.

 

 

 

Merkblatt Mariske

Feigwarzen

Bei Feigwarzen (Condylomata acuminata, spitze Genitalwarzen)

 

handelt es sich um eine ansteckende Erkrankung durch Humane Papillomviren (HPV).  Sie ist neben Herpes und Chlamydien eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Die Krankheitserreger werden am häufigsten durch Kontaktinfektion beziehungsweise Schmierinfektion beim Geschlechtsverkehr oder Intimkontakt sowie beim Oralverkehr übertragen.

Sie befallen die Zellen der Schleimhäute und Haut und 90 % aller Fälle sind vom HPV-Typen HPV-6 und HPV-11 die Erreger. Beide Arten sind relativ ungefährlich, schränken die Lebensqualität ein ohne sie jedoch zu gefährden. Es gibt ca. 60-70 verschiedene HPV-Stämme, von denen einige auch sehr zu Krebsentstehung beitragen können.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung (Inkubation) kann zwischen ein paar Wochen, Monaten oder sogar Jahren liegen. Bei 10 - 15 % aller Infizierten bleibt es jedoch bei eIner so genannten Stummen Infektion, wobei es nicht zum Ausbruch kommt, der Virus der Feigwarzen an andere aber übertragen werden kann.

Ein schwaches Immunsystem, ein feuchtes Milieu oder auch Entzündungen, die schon vorher vorhanden waren, sind 'gute' Vorraussetzungen, sich beim Geschlechtsverkehr mit Feigwarzen anzustecken. Häufig wechselnde Partner und ungeschützter Sex sind weitere Risikofaktoren.

 

 

Krankheitsbild:

 

Die Krankheitserreger bilden bei Männern und Frauen meist in der Genitalregion oder am After in der Regel kleine Warzen, die jedoch zur Beetbildung neigen und auch Warzen ausbilden.  Auch intraanale, intravaginale oder urethrale Kondylome sind möglich. Kondylome im Mund sind möglich, aber vergleichsweise selten.

Feigwarzen machen sich mitunter durch mehr oder minder starkes Jucken, Brennen oder auch Schmerzen bemerkbar. Häufig verursachen sie aber keine Beschwerden und bleiben daher lange unbemerkt.

 

 

Diagnose von Feigwarzen:


Hat man den Verdacht auf Feigwarzen, sollte man zum Arzt gehen, der durch eine Blickdagnose in den meisten Fällen schon eine Bestätigung geben kann. Bei Männern befinden sich die Feigwarzen an der Vohaut oder im Penisschaft. Anus, Enddarm und die Harnröhranmündung können ebenfalls befallen werden. Bei Frauen findet man sie an den Schamlippen.

Sind die Feigwarzen nicht mit dem Blick erkennbar, wird oftmals ein Essigsäuretest gemacht. Eine 3 - 5%ige Essigsäure wird auf die betroffene Stelle aufgetragen und zeigt durch das weissliche Verfärben an, wo die Warzen liegen. Damit kann die komplette Ausweitung nachgewiesen werden, muss aber nicht zwingend eine HPV-Ansteckung sein.

Mehr Sicherheit gibt ein Abstrich, durch den auch differenziert wird, ob es sich um Niedrig- oder Hochriskotypen handelt. Besonders letztere spielen eine Rolle bei Gebärmutterhalskrebs.

Durch Proktoskopie können Feigwarzen im Innenbereich nachgewiesen werden.

 

Therapie:

Die Warzen können vereist (Kryotherapie), mit Laser behandelt werden, chirurgisch mit dem Skalpell entfernt werden. Bei kleineren Wärzchen können auch Salben (über ca. 6-8 Wochen) angewendet werden (z.B. Wartec, Condylox).  Die HPV-Impfung wird seit ein paar Jahren durchgeführt und stellt somit die beste Option gegen die wichtigsten HPV-Stämme dar.

 

 

Merkblatt Feigwarzen

Anale Fisteln

Analfisteln

 

Was sind Analfisteln?

Es handelt sich um eiternde Gänge in der Region um die Enddarmöffnung. Ihr Ursprung liegt in den sogenannten "Duftdrüsen" (Proktodealdrüsen), welche bei Säugetieren weit verbreitet sind, beim Menschen jedoch nur noch verkümmert angelegt werden. Die Duftdrüsen befinden sich zwischen dem inneren und äußeren Anteil des Schließmuskels und haben einen Ausführungsgang in den inneren After.

 

Kommt es zu einer Entzündung im Bereich dieser Proktodealdrüsen, führt die Gewebeschwellung zu einer Verstopfung der Ausführungsgänge. Es entwickelt sich hierauf eine Eiteransammlung (Abszess), die sich zwischen den verschiedenen Schließmuskelanteilen ausbreiten kann. Diese Eiteransammlung kann sich entweder spontan nach außen entleeren oder durch operative Maßnahmen eröffnet werden.

 

Letzendlich kann es über die Entzündung zu einer permanenten Kanalbildung vom Inneren des Mastdarmes nach außen kommen. Wir sprechen bei dem neu entstandenen Verbindungsgang von einer Fistel, genauer gesagt von einer Analfistel.

 

Wie wird eine Analfistel festgestellt?

 

Der Patient bemerkt häufig eine "Pickel-Bildung" in der Analregion, welche durch wiederholte Schwellungen, eitrige Absonderung und zeitweilige Schmerzen auffällt. Der behandelnde Arzt fragt nach entsprechenden Symptomen und untersucht dann in Seitenlage oder sogenannter Steinschnittlage (wie beim Frauenarzt) nach den äußeren Zeichen einer Analfistel. Anschließend wird digital (mit dem Finger) der Schließmuskel nach krankhaften Veränderungen, insbesondere nach einer inneren Fistelöffnung abgetastet, welche sich als ein Grübchen darstellen kann. Bei unsicherem Befund erfolgt eine Untersuchung der Analregion und des unteren Mastdarms mit einem Speziellen Metallrohr (=Proktoskopie: Spiegelung des inneren Afters), welche nicht unangenehmer als die Untersuchung mit dem Finger ist. Manchmal hilft eine Endosonographie (innerer Ultraschall) oder eine MRT-Untersuchung weiter.

Welche Formen der Analfisteln gibt es?


Der Verlauf der Fistelgänge in Relation zum Schließmuskel ist maßgeblich für die Einteilung und Therapieplanung einer Analfistel. In Anlehnung an eine bekannte Klassifikation nach Parks unterscheidet man

I) intersphinktäre Analfisteln (die Gänge verlaufen zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel)
II) transsphinktäre Analfisteln (die Gänge durchqueren beide Schließmuskelanteile)
III) suprasphinktäre Analfisteln (die Gänge verlaufen zwischen Schließmuskel und Beckenbodenmuskel)
IV) extrasphinktäre Analfisteln (die Gänge verlaufen außerhalb der Schließmuskeln und haben ihren Ursprung nur ausnahmsweise in einer Proktodealdrüse)

Analfisteln der Ausbreitung I und II machen zirka 80 % des Fisteln aus. Der Einfachheit halber unterscheidet man unkomplizierte Analfisteln (I+II) von komplizierten Analfisten (III+IV).

Wie wird ein Analabszess (periproktitischer Abszess) behandelt?


Der Abszess entsteht kurzfristig und äußert sich durch eine zunehmend schmerzhafte Schwellung in der Afterregion, Abgeschlagenheit und erhöhte Körpertemperatur. Die Therapie der Wahl besteht in der Eröffnung der Eiterhöhle und Schaffung eines großzügigen Abflusses. Damit wird ein rasches Abklingen der Beschwerden erreicht. Der Analabszess bedarf immer einer operativen Behandlung. 

 

Welche  Verfahren zur Therapie einer Analfistel gibt es?


Analfisteln der Klasse I und II werden bei oberflächlichem Verlauf der sogenannten Spaltmethode zugeführt. Dabei wird der Fistelkanal gespalten, welche dann im weiteren Verlauf ohne Naht zuheilt. Ein spürbarer Verlust der Schließmuskelfunktion ist hierbei nicht zu erwarten.

Liegt bereits ein schwacher Schließmuskel vor oder handelt es sich um komplizierte Analfisteln, muß an speziellen Abteilungen mit besonderer Erfahrung eine Therapie geplant und durchgeführt werden. Das Spektrum reicht von einer einfachen Fistelspaltung über Fadeneinlagen und medikamentösen Maßnahmen bis hin zu komplexen plastischen Deckungsoperationen (meist Verschiebelappen).

 

Gibt es Krankheiten, die zu Analfisteln führen können?


Von den "gewöhnlichen" Analfisteln sind Krankheitsbilder wie Analfisteln bei M. Crohn (bei chronisch entzündlicher Darmerkrankung), Analfisteln mit entzündlichem Ursprung im Bauchraum sowie Fisteln zwischen Schließmuskel und Scheide (Rektovaginale Fisteln) und entzündlich fistelnde Hauterkrankungen (z. B. die Pyoderma fistulans) abzugrenzen. Durch sorgfältige Befragung des Patienten sowie weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung (Koloskopie) ,  ein MRT oder einer Endosonographie kann eine richtige Entscheidung über die Behandlung getroffen werden.

 

 

 

Analinkontinenz

Stuhlinkontinenz

 

Das Unvermögen, die Darmentleerung zu kontrollieren (Inkontinenz), ist nach wie vor ein Tabu-Thema. Dabei sind viele Menschen davon betroffen und der Gastroenterologe kann in vielen Fällen helfen. Entscheidend ist es, dass der Patient seine Beschwerden genau beobachtet und offen mit dem Arzt bespricht.

Die Ursachen sind vielfältig, entsprechend unterschiedlich sind die geeigneten Maßnahmen. Vertrauen Sie Ihrem Arzt, er kann Ihnen helfen!

 

Behandlung


Der sichere Verschluss des Afters ist kompliziert und hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Die häufigste Inkontinenzursache ist eine Störung am inneren Schließmuskel. Altersbedingter Muskelabbau, Unfälle, Operationen oder ein Dammriss bei einer Geburt können dazu führen. Auch die im Alter nachlassende Spannung des Beckenbodens spielt eine Rolle. Eine andere Ursache sind Nervenschädigungen, durch die die Kontrolle beeinträchtigt wird. Psychische Anspannung, chronische Darmerkrankungen oder die Folgen von Bestrahlungen gehören ebenfalls zu den möglichen Ursachen.


Zur genauen Abklärung der Ursachen gehört zunächst die Schilderung der Umstände durch den Patienten. Das Austasten des Analkanals gibt dem Arzt weitere Hinweise. Die Schließmuskelfunktion kann durch eine Druckmessung (anale Manometrie) bestimmt werden. Ultraschall und Röntgen (MRT, CT; Defäkographie) können Veränderungen (Schädigungen, Entzündungen, Fisteln, Tumore etc. pp) des Schließmuskels sichtbar machen.

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schwere der Inkontinenz sowie nach den Vorstellungen des Patienten über eine aktzeptable Situation. Zunächst sollte eine nichtoperative Therapie zum Beispiel mit Beckenbodengymnastik, medikamentöser Stuhlverfestigung und Training der Stuhlentleerung erfolgen.

Auch spezialisierte Pflegekräfte an Inkontinenzzentren und spezialisierte Sanitätshäuser können mit Hilfsmitteln große Erfolge erzielen. Wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg bringen, können im Einzelfall operative Eingriffe helfen.

 

In besonderen Fällen kann eine Elektrostimulations-Therapie des Schließmuskels (gezieltes Muskeltraining zur Kräftigung) und eine Schrittmachertherapie in den Nervengefechten des Sacralplexus (Nervenstamm hinter dem Kreuzbein, der den Beckenboden mit motorischen und sensorischen Impulsen versorgt und somit den Schließmuskel zur Arbeit anregt) erfolgen. Solche Behandlungen bleiben heutzutage aber spezialisierten Zentren vorbehalten (meist Inkontinenzzentrum).

 

 

 

Broschüre zur analen Inkontinenz

Proktalgia fugax

Anfallsartiger Enddarmschmerz (Proktalgia fugax)

 

Was ist eine Proktalgia fugax?

Diese schlauen lateinischen Wörter stellen weder eine Diagnose dar noch handelt es sich um eine  wirkliche Erklärung des Geschehens. Sie sind eben nur eine Beschreibung für eine Beschwerdesymptomatik:

 

Proktalgia: Schmerzen im Enddarm; fugax: flüchtig oder attackenartig.

 

Prognose:

Hierbei handelt es sich eigentlich um ein harmloses aber sehr gemeines Krankheitsbild noch eher unbekannter Ursache mit aber exzellenter Prognose. Es entstehen keine Spätfolgen, es muß auch nicht operiert werden aber Frau (und manchmal auch Mann) leidet manchmal "wie ein Hund".

 

Beschwerden:

Meist klagen Frauen über plötzlich aufschießende , heftige und krampfartige Schmerzen tief im kleinen Becken, Dammbereich bis zum Schließmuskel hin. Oftmals treten die Schmerzen auch nachts aus dem Schlaf heraus auf. Die teilweise äußerst schmerzhaften Attacken können Sekunden bis Minuten lang anhalten, selten auch 20-30 Minuten. Ohnmachtsanfälle kommen dabei vor.

 

Diagnostik:

Die Beschwerden sind so klassisch, dass ein erfahrender Arzt die Diagnose bereits beim Gespräch mit dem Patienten relativ sicher stellen kann.

Dennoch sollten Patienten mit Proktalgie zunächst einmal untersucht werden. Das Programm umfasst eine Abtastung mit dem Finger, eine Enddarmuntersuchung, eine urologische und gynäkologische Untersuchung und sicherheitshalber auch eine Koloskopie (Dickdarmspiegelung). Nur sehr selten ist ein MRT des kleinen Beckens zu erwägen.

 

Ursachen:

Sind bis heute eigentlich unbekannt. Es wird angenommen, dass es sich hier um Krämpfe in der Beckenbodenmuskulatur handelt.

 

Behandlung:

Manche Frauen suchen die Toilette auf und sind nach einer Stuhlentleerung beschwerdefrei. Andere Frauen nehmen ein Sitzbad oder massieren den Schließmuskel um Linderung zu schaffen.

 

Diese Krämpfe der Beckenboden- und Mastdarmmuskulatur können, wenn sie länger andauern, mit Buscopan-Zäpfchen oder Novaminsulfon-Tropfen behandelt werden. In sehr seltenen Fällen lindert auch ein Asthmamittel (Inhalation von Sultanol) oder Nitrospray lokal auf den Schließmuskel (vorher aber den Hausarzt vor Kontraindikationen wegen Vorerkrankungen oder Begleitmedikamenten befragen).

 

Frauen mit nur sekundenartigen Attacken können leider von solchen Medikamenten nicht profitieren, da die Schmerzen von allein verschwinden, bevor das Medikament überhaupt greifen kann. Möglichweise könnte hier eine prophylaktische Gabe von Magnesium hilfreich sein, aber bewiesen ist das nicht.

 

 

 

Merkblatt Proktalgia fugax - der (oft nächtliche) Enddarmschmerz