Lebererkrankungen

Viele angeborene und erworbene Lebererkrankungen können zu dauerhaften Schäden führen. Die wichtigsten und häufigsten Erkrankungen werden geschildert.

 

 

 

Welche Funktion hat die Leber?

 

Was ist die Leber und welche Funktionen hat sie?

Die Leber ist mit etwa 1,5 kg Gewicht, das größte Organ des menschlichen Körpers. Sie liegt im rechten Oberbauch, die Spietze des Linken leberlappens kann bis in den linken Oberbauch reichen.


Die Leber hat viele Funktionen. Sie ist eine Fabrik, die viele Substanzen herstellt (Synthese) oder abbaut (Stoffwechsel, Metabolismus), aber auch das Gleichgewicht erhält. Unser Körper macht eine Reihe von Abbauprodukten (z.B. Bilirubin, das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes), die nur von der Leber entsorgt werden können.

 

Die Leber spielt eine zentrale Rolle im Abbau von Medikamenten. Diese werden von der Leber aufgenommen, umgebaut und/oder abgebaut und ausgeschieden. Sie ist strategisch zwischen den Darm und den Rest des Organismus eingebaut, so dass sie als Filter wirken kann und z.B. verhindert, dass Bakterien aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. Wegen dieser strategischen Lage ist sie außerdem auch noch ein wichtiges Organ unseres Abwehrsystems.

Früherkennung und Diagnostik

Früherkennung von Lebererkrankungen

 

Erkrankungen der Leber sind tückisch, weil wir im Bereich dieses lebenswichtigen Organs keine Schmerzen empfinden. Deshalb werden krankhafte Veränderungen des Organs oft erst spät erkannt. Die Folgen einer Leberkrankung können aber gravierend sein und es ist unbedingt erforderlich, einen Verdacht auf eine Entzündung der Leber abklären zu lassen.

Als Experten für Lebererkrankungen bieten die Gastroenterologen vorsorgliche Impfungen, Untersuchungen auf virale Leberentzündungen sowie den Leber-Check an. Sie informieren in Seminaren und an Aktionstagen über die Gefahren der Erkrankung und stellen eine den aktuellen medizinischen Standards entsprechende Behandlung sicher, die chronisch erkrankten Menschen ein Leben trotz und mit Hepatitis ermöglicht.

Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) ist Mitglied im Kompetenznetz Hepatitis und gehört zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Leberstiftung. Weitere Informationen finden Sie im Rahmen der Aufklärungskampagne der Deutschen Leberstiftung und der Deutschen Leberhilfe im Internet.

 

 

 

Die Diagnostik von Lebererkrankungen setzt sich aus den Komponenten zusammen:

  • Klinische Untersuchung
  • Laborbefunde
  • Ultraschall (Sonographie)
  • und - Leberbiopsie (Gewebeprobe aus der Leber)


Erst wenn die Diagnostik von Lebererkrankungen vollständig ist, kann über die Behandlung entschieden werden, die dann in der Regel mit dem Hausarzt zusammen erfolgt.

 

 

Hepatitis

Hepatitis, die Leberentzündung

Meist wird unter Hepatitis aber die infektiöse Leberentzündung verstanden.

In Europa leiden viele Millionen Menschen an einer chronischen Lebererkrankung. Die Leberzirrhose (narbige Leberveränderung) zählt bei Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren zu den vier häufigsten krankheitsbedingten Todesursachen. Oftmals geht der Leberzirrhose eine Hepatitis voraus.

Unter einer Hepatitis versteht man eine Entzündung der Leber. Auslösende Faktoren einer Leberentzündung können alle Hepatitis-Viren (A, B, C, D, E) sein, wobei die Infektionen mit den Hepatitisviren B, C,  D und wohl auch E einen chronischen Verlauf nehmen können.

Man rechnet in Europa jährlich mit mehreren tausend Hepatitis B- und C-Neuinfektionen. Infektionen mit den Viren A und E haben ausschließlich akute Verlaufsformen. Auch Alkohol, Leberverfettung und Stoffwechselerkrankungen (bspw. Diabetes mellitus) können zu einer Hepatitis und in der Folge derer zu einer chronischen Lebererkrankung führen.
Die Einleitung einer Therapie von Lebererkrankungen sollte durch einem in der Therapie erfahrenen Arzt erfolgen.

Für Fragen bezüglich Krankheitsbilder unseres Fachgebietes stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.


Weitere Informationen folgen aber auch weiter unten.


Hepatitis A

Hepatitis-A-Virusinfektion


Was ist Hepatitis A?


Akute, meist selbstheilende Leberentzündung, hervorgerufen durch ein über Schmierinfektion ("Fäkal-oral") übertragenes RNS-Virus (Ribonukleinsäure-Virus). Früher war dies vor allem eine Erkrankung von Kindern und Jugendlichen. Heute befällt die Infektion aufgrund des hohen Hygienestandards in den westlichen Ländern zunehmend Erwachsene.


Welche Symptome und Beschwerden treten bei Hepatitis A auf?

Klinisch sind die meisten akuten Hepatitis-Erkrankungen gekennzeichnet durch ein "gastroenteritisches" Vorstadium (Magendarmgrippe) und vielfach durch eine sich danach entwickelnde ikterische Phase (Gelbsucht) beginnend mit Dunkelfärbung des Urins und Gelbfärbung des Auges und der Schleimhäute.


Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?


Die Hepatitis A ist eine selbstheilende Krankheit. Nur selten (0.01%) kommt ein fulminanter Verlauf vor mit Leberversagen und Tod. Die Behandlung in diesem Fall ist die Lebertransplantation.


Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei einer Hepatitis A getroffen werden?


Die Diagnose wird aufgrund der Klinik- und Laboruntersuchungen gemacht. Im Labor finden sich neben der Erhöhung der Leberenzyme immer Antikörper gegen das Hepatitis A Virus im Blut des Patienten.


Therapie / Behandlungsmethoden / Prophylaxe


Es ist keine spezifische Therapie notwendig. Zur Prophylaxe steht bei Reisen in Risikogebiete wie Asien, Afrika, Mittelamerika und Mittlerer Osten ein Aktivimpfstoff zur Verfügung. Die Injektionen von je 1 ml erfolgen nach der Erstinjektion im Abstand von 2 bis 4 Wochen und 6 bis 12 Monaten. Der Impferfolg beträgt mehr als 95%.

Link:

http://www.hepatitisandmore.de/hepatitis_a/

 

 

Hepatitis B

Hepatitis B


Verbreitung


30-40% der Virushepatitiden sind durch das Hepatitis-B-Virus verursacht. Etwa 0,5% der deutschen Bevölkerung sind Träger des Virus.
Weltweit sind sicherlich ca. 300 - 400 Millionen Menschen erkrankt.


Wie häufig ist die Hepatitis B-Virusinfektion?



Das Hepatitis B-Virus (HBV) ist sehr ansteckend. Die Infektion zeigt aber wenig Symptome. Viele Hepatitis B-Virusträger in Deutschland haben keine Krankheitszeichen. Jedes Jahr werden mehrere tausend Neuinfektionen gemeldet (ca. 4000-5000). Die Inkubationszeit (Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung) beträgt 30 bis 180 Tage.


Ansteckung


Das Hepatitis-B-Virus ist sehr ansteckend und praktisch in allen Körperflüssigkeiten nachweisbar. Die Übertragung erfolgt auf dem sexuellen Weg, über Blut(-produkte) oder beim Neugeborenen durch eine an Hepatitis erkrankte Mutter.


Wer ist besonders gefährdet und sollte sich auf Hepatitis B untersuchen lassen?

- Jeder mit erhöhten Leberwerten!
- medizinisches Personal
- Dialysepatienten
- Neugeborene von Müttern mit einer Hepatitis B-Virusinfektion
- Migranten
- Homosexuelle
- Geschlechtspartner von Personen mit einer Hepatitis B-Virusinfektion
- Drogenabhängige


Gibt es verschiedene Verlaufsformen?


Die akute HBV-Infektion heilt bei Erwachsenen in 95 % der Fälle spontan aus. Das heißt, der Körper kontrolliert erfolgreich das Virus, es tritt eine symptomfreie und stille Krankheitsphase rein. Früher galt die Krankeit zu diesem Zeitpunkt als geheilt, heute bezeichnen wir diese Phase besser als stille Phase symptomfreier Virusträger, denn das Virus und seine Erbinformation bleibt lebenslang in den Leberzellen nachweisbar. Diese "schlafenden" Viren können im Laufe des Lebens aber wieder reaktiviert werden! Daher ist es wichtig zu wissen, ob eine Hepatitis-B-Infektion früher durchgemacht wurde.

Werden im Laufe des Lebens Chemotherapien (insbesondere Rituximab, hochdosiertes Prednisolon) oder eine spezielle, das Immunsystem unterdrückende Therapien (=Immunsuppression) erforderlich (z.B. Methotrexat (=MTX) oder TNF-Alpha-Blocker (wie Humira oder Remicade etc. pp) eingesetzt, sollte vor Beginn dieser Behandlungen unbedingt eine Blutuntersuchung (HbsAG, Hbc-IgM, ggf. HBV-DNA)  erfolgen und ggf. prophylaktisch die Leber mit Lamivudine (=Zeffix) vor einem Ausbruch der Hepatitis-B-Viren geschützt werden.

Bei Säuglingen und Kleinkindern entwickelt sich jedoch sehr häufig eine chronische Infektion. Von einer chronische HBV-Infektion ist auszugehen, wenn die Leberwerte länger als 6 Monat erhöht sind.


Folgeschäden


Patienten, die an einer chronischen Hepatitis B leiden, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, in den folgenden Jahrzehnten an einer Leberzirrhose zu erkranken. Das Risiko ist sicherlich abhängig von zusätzlichen Lebererkrankungen und Substanzen, die die Leber schädigen, allem voran der Alkohol. Über Jahre bzw. Jahrzehnte kann sich daraus eine Leberzirrhose und daraus wiederum ein Leberzellkarzinom (Leberkrebs) entwickeln.


Wie kann eine HBV-Infektion diagnostiziert werden?


Über einen spezifischen Bluttest. Als Basisbestimmung reichen HBs-Ag und HBc-Ak aus. Wenn das HBs-Ag positiv ist, sollten sich eine Bestimmung von Hbe-Ag, HBV-DNA und Anti-HDV anschließen.


Therapiemöglichkeiten


Das primäre Ziel der Behandlung der chronischen Hepatitis B besteht in der Vermeidung von Folgeschäden und der Senkung der Infektiosität (Ansteckungsfähigkeit) des Patienten gegenüber seinen Mitmenschen. Eine dauerhafte Heilung ist bei chronischer Hepatitis eher selten (5 – 10%) der Fälle.

Die Therapie kann mit Interferon (PEG-Interferon alfa) in einzelnen Fällen sinnvoll sein.

Auch in der Therapie der Hepatitis B werden große Fortschritte erzielt. Antivirale Substanzen wie Lamivudin, Adefovir, Entecavir u.a. stehen in Tablettenform zur Verfügung und sind nebenwirkungsarm. Ziel ist die langfristige Kontrolle der chronischen Erkrankung um Spätschäden wie eine Leberzirrhose und Leberzellkrebs zu vermeiden.

Sind zur Therapieplanung weitere eingreifende Untersuchungen notwendig? Eine Leberpunktion ist zur mikroskopischen (histologischen Beurteilung des Leberstatus hinsichtlich Entzündungsgrad und Fibrosestadium (Bindegewebevermehrung) oft sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig. Die Entscheidung zur Punktion ist immer individuell zu treffen.


Was ist eine Virusresistenz?


Unter der Behandlung der chronischen Virushepatitis B können Resistenzen des Virus gegenüber Medikamente entstehen. Dann ist die Therapie nicht mehr wirkungsvoll. Durch Umstellung der Therapie kann dieser Mechanismus aber durchbrochen und die Behandlung wieder wirksam werden. Diese Umstellung funktioniert leider nur dann gut, wenn eine Resistenz schnell erkannt wird. Deshalb ist während der gesamten Behandlung eine enge Zusammenarbeit mit dem betreuenden Arzt und eine gewissenhafte Medikamenteneinnahme erforderlich (z.B. im Urlaub müssen die Medikamente unbedingt weiter genommen werden)!


Kann man sich vor einer HBV-Infektion schützen?


Ja! Einerseits über geschützten Geschlechtsverkehr und alleiniger Gabe medizinisch getesteter Blutprodukte. Andererseits gibt es seit 1982 einen zugelassenen Impfstoff, der seit 1992 von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfohlen wird.

Diese Schutzimpfung ist für alle Kinder, Jugendliche und Kontaktpersonen von Menschen mit einer Hepatitis B-Virusinfektion kostenfrei. Außerdem sollten alle Personen, die an einer anderen chronischen Lebererkrankung leiden sowie Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko geimpft werden.

Wer sollte sich gegen Hepatitis B impfen lassen?
• Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko
• medizinisches Personal
• Dialysepatienten
• Patienten vor großen Operationen
• Kontaktpersonen von Menschen mit einer Hepatitis B-Virusinfektion
• Personen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko
• Patienten mit chronischen Lebererkrankungen
• Menschen mit sehr häufig wechselnden Sexualkontakten
• HIV-positive Personen
• und einige mehr...

 

 

Link:

http://www.hepatitisandmore.de/hepatitis_b/

http://www.hepatitis-bw.de/hepatitis-a---e/index.html

 

 

 

Broschüre: Hepatitis B bei Migranten in Deutschland

Hepatitis C

Hepatitis C

 

Was ist Hepatitis C?

Die Hepatitis C ist eine Virusinfektion (RNS-Virus) der Leber. Das Virus vermehrt sich in der Leber und wird von den Leberzellen in das Blut freigesetzt. Bei ca. 60-80% der Menschen, die sich infizieren, gelingt es dem körpereigenen Abwehrsystem nicht, das Virus zu eliminieren, die Hepatitis C wird dann chronisch. Dies führt zu einer chronischen Entzündung der Leber (Hepatitis). 50% von diesen Menschen entwickeln in der Folge eine Leberzirrhose, einige davon leíder auch Leberkrebs. Andererseits heilt eine HCV-Infektion bei fast 20-40% innerhalb von 6 Monaten folgenlos aus.


Verbreitung

Die Hepatitis C ist sehr häufig. Es leiden wohl auf der ganzen Welt etwa 130.000.000 (130 Mio.) Menschen an einer Hepatitis C. Die Verbreitung ist weltweit, es gibt bestimmte Gebiete auf der Welt mit einer hohen Durchseuchung bis zu 5%. 0,2 bis 0,5 Prozent der deutschen Bevölkerung haben eine Hepatitis C (etwa 400.000-500.000) , die häufig schleichend und ohne Symptome verläuft und oft zufällig durch Nachweis erhöhter Leberwerte auffällt.

 

 

Übertragungswege, bzw. Ansteckung

Die Ansteckung erfolgt meist über Blutkontakt. Das Hepatitis C-Virus ist erst seit 1989 beschrieben worden (Flaviviren, RNA-Virus). Vorher wurde von der "Non-A-Non-B-Hepatits" gesprochen. In der Zeit vor 1990 war eine Übertragung über Blut oder Blutprodukte nicht selten. Auch über verunreinigte Spritzen beim Drogengebrauch und über kleine Verletzungen (z.B. Rasierklingen usw.) kann das Virus übertragen werden. Andere Körperflüssigkeiten sind wesentlich weniger infektiös. Das ist aber abhängig von der Viruslast des Überträgers. Damit ist eine sexuelle Übertragung zwar möglich, das Risiko ist aber nicht so hoch wie bei der Hepatitis B. Eine Übertragung über Speichel oder intakte Haut wurde bisher nicht beschrieben, eine Übertragung über Geschirr, Gläser oder Besteck ist nicht zu befürchten, solange keine Verschmutzung mit Blut vorliegt. Eine Übertragung der Hepatitis C während der Geburt von der Mutter auf das Kind ist sehr selten. Werdende Mütter mit einer Hepatitis C können normal entbinden und stillen.

 

Symptome

Da die Symptome sehr unscheinbar sind, bemerken viele Patienten den Infekt nicht, bis man zufällig über eine Blutabnahme Kenntnis erlangt. Manche Menschen fühlen sich müde, abgeschlagen, andere entwickeln  Gelenkbeschwerden oder Oberbauchschmerzen. Die Entwicklung einer Gelbsucht ist sehr selten.

 

Welche Untersuchungen müssen bei Hepatitis C erfolgen?

Der Hausarzt kann die Hepatitis C finden, indem er nach einer Leberentzündung sucht und die Antikörper gegen das Hepatitis C Virus bestimmen lässt. Andere zusätzliche Faktoren, die uns wichtige Informationen liefern, vor allem vor Beginn einer Behandlung, sind die Bestimmung des Virustiters, die Bestimmung des Genotyps, einem Ultraschall der Leber und manchmal auch die Leberbiopsie (Histologie).

 

 

Folgeschäden und Komplikationen

Wenn die Krankheit chronisch wird (d.h. über ein 6 Monate dauert), kann es über Jahrzehnte zu einer Vernarbung der Leber kommen.  Auf dem Boden der chronischen Entzündung kann sich dadurch eine Leberzirrhose entwickeln. Diese Entwicklung benötigt meist aber 10 bis 30 Jahre. Das Risiko dafür ist abhängig von weiteren chronischen Lebererkrankungen und von dem Konsum von leberschädigenden Substanzen, allem voran der Alkohol.

 

Das Risiko eine Leberzirrhose zu entwickeln betrifft etwa nur ca. 30% der infizierten Menschen, 60% gelangen aufgrund guter Körperabwehr und gesunder Lebensführung nicht in dieses Stadium. Leider entwickeln wiederum 10-30% der HCV-Patienten mit Leberzirrhose dann einen Leberkrebs.


Therapie

Der große Fortschritt in der Behandlung der Hepatitis C ist durch die Einführung der Kombinationstherapie von antiviralen Substanzen wie Interferon und Ribavirin erfolgt. In den letzten 2 Jahren konnten mit neu zugelassenen Medikamenten (direkt antiviral wirksame Substanzen; Abk: DAAs) nahezu alle Patienten geheilt werden (um 90 Prozent der Betroffenen).

Die Heilung hängt vom Virustyp und verschiedenen anderen Faktoren (Grad der Leberschädigung, Geschlecht, Viruslast, Vortherapie etc.) ab,  und natürlich an der Zuverlässigkeit der Medikamenteneinnahme.

Während der Behandlung ist ein enger Kontakt zu dem betreuenden Arzt und seinen Mitarbeitern erforderlich. Dazu gehört auch in erster Linie, die erforderlichen Blutkontrollen einzuhalten, um frühzeitig Nebenwirkungen vorbeugen zu können. Patienten, die eine Therapie mit Ribavirin erhalten, müssen während der Behandlung und noch bis zu einem halben Jahr nach Therapieende eine sichere Art der Empfängnisverhütung durchführen.

Nachsorge

Da bei Hepatitis-C-Virus-infizierten Patienten mit einer chronischen Leberentzündung, das Risiko der Entwicklung einer Leberzirrhose und eines Leberzellkarzinoms erhöht ist, ist eine Nachsorge notwendig. Diese Nachsorge beinhaltet die allgemeine hauärztliche Kontrolle und die Kontrolle von Laborparameter sowie des Ultracshalls, um eine Früherkennung der Entwicklung von Leberzirrhose bzw. Leberkarzinom möglich zu machen. Eine Früherkennung dieser Krankheiten führt zu besseren Therapien.


Impfung

Eine Impfung ist nur gegen Hepatitis A und B, leider nicht gegen die Hepatitis C möglich. Menschen, die an einer chronischen Hepatitis C erkrankt sind, sollten sich bei fehlender Koinfektion zumindest gegen Hepatitis B impfen lassen.

 

Literatur:

www.dgvs.de : Aktuelle Empfehlungen zur Therapie der chronischen Hepatitis C (Stand 12/2016)

 

 

 

 

Broschüren zur Hepatitis C

Fettleber

Die Fettlebererkrankung

 

Vorkommen: 

Die häufigste Lebererkrankung in Deutschland ist die Fettlebererkrankung. Nach Schätzungen sind etwa 5 Millionen Deutsche davon betroffen. In 80-90% der Fälle beruht die Fettleber auf Übergewicht oder einem erhöhten Alkoholkonsum.

 

Am häufigsten kommt es durch hohen Alkoholkonsum plus Übergewicht zu einer Fettleber. Daher sind Männer im besten Alter sehr häufig betroffen. Leider können aber auch schon stark übergewichtige Kinder eine Fettleber entwickeln.

 

Verschiedene Formen der Fettlebererkrankung:

 

Die Fettleber (Steatosis hepatis) zeichnet sich durch eine Einlagerung von Fett in die Leberzellen (Hepatozyten) aus.  Eine Fettleberentzündung  (Steatohepatitis) liegt dann vor, wenn neben der Steatosis hepatis zusätzlich mirkoskopisch und laborchemisch eine Entzündung nachweisbar ist

 

Ursachen und Einteilung:

 

Die Ursachen der Fettlebererkrankung sind meist eine Überernährung, Stoffwechselstörungen, Alkoholkonsum, selten auch Speicher-erkrankungen und verschiedene Medikamente.  Praktischerweise wird grob in zwei Gruppen unterschieden, der Nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (NAFL, NASH) sowie in die Alkoholischen Fettlebererkrankung (AFL, ASH).  

 

Prognose: 

 

Die Fettlebererkrankung ist nicht als harmlose Wohlstandserkrankung zu verstehen!

 

Zwar wären die reine Verfettung ohne begleitende Entzündung oder eine leichte Bindegewebsvermehrung m Prinzip reversibel. Eine Gewichtsreduktion durch Lebensstiländerung kann hier noch die Leberveränderungen deutlich verbessern, wie Studien gezeigt haben.

Die Fettleberentzündung (Steatohepatitis) ist aber schon als die fortschreitende Erkrankung zu verstehen. Es kann genau wie die alkoholbedingte Form zu zur  Leberverhärtung (Leberfibrose), zur Narbenleber (Zirrhose) und damit letztlich auch zum Leberkrebs (hepatozellulären Karzinom) kommen.  Die Leberzirrhose ist die fünfthäufigste Todesursache in Deutschland.

 

Behandlung einer Fettleber


Eine Behandlung mit Medikamenten ist derzeit noch nicht möglich!

Bei der Therapie sollten die Ursachen der Fetteinlagerung beseitigt werden. Dafür wären meist schlechte Lebensgewohnheiten abzustellen. In der Regel wäre also auf Alkohol zu verzichten. Übergewicht sollte reduziert bzw. die Ernährung umgestellt werden.

Wichtig ist auch eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung, möglichst Ausdauersport. Diabetiker sollten ihre Blutzuckerwerte gut einstellen. Fettstoffwechselstörungen oder Schilddrüsenerkrankungen sollten behandelt werden. Selten müssen bestimmte Medikamente auch abgesetzt werden.

 

 

 

Alkoholische Lebererkrankungen

Alkoholische Leberkrankheit

Was ist die alkoholische Leberkrankheit?
Alkoholische Leberkrankheit ist eine chronische Lebererkrankung, die als Folge eines vermehrten Alkoholkonsums auftreten kann. Das Spektrum alkoholischer Lebererkrankungen umfasst die Fettleber, die alkoholische Hepatitis und die Leberzirrhose.

Welche Symptome und Beschwerden treten bei der alkoholischen Leberkrankheit auf?
Symptomatisch werden vor allem Patienten mit einer alkoholischen Hepatitis. Die Symptome sind zahlreich. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtverlust, aber auch schwere Symptome, wie Nierenversagen, Blutungen im Vertrauungstrakt und psychische Probleme werden beobachtet. Die Fettleber und die Leberzirrhose sind meistens nicht symptomatisch und werden durch Ihre Komplikationen bemerkbar (siehe unten)

Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?
Vermehrter Alkoholkonsum kann zu einer Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen.

Welche Abklärungen und Voruntersuchungen müssen bei einer alkoholischen Leberkrankheit getroffen werden?
Die Diagnose einer alkoholischen Leberkrankheit wird mittels Anamnese und Ausschluss anderer Ursachen gestellt.

Therapie / Behandlungsmethoden / Prophylaxe
Die beste Behandlung ist die Alkoholabstinenz. Die Komplikationen der alkoholischen Leberkrankheit vor allem die Leberzirrhose werden entsprechend behandelt.

Broschüren zur alkoholischen Leberkrankheit

Autoimmunhepatitis (AIH)

Was ist eine Autoimmunhepatits?

 

Autoimmunhepatitis, abgekürzt =AIH oder "Leberrheuma"

Bei der Autoimmunhepatitis handelt es sich um eine früher häufig, jetzt seltener gesehene chronische Autoimmunkrankheit der Leber. Zahlen über die Neuerkrankungen sind unsicher, die Häufigkeit (Prävalenz) pro 100.000 Einwohner beträgt etwa 0,2-1,0. (Tab. 1). Etwa 10-20 % aller chronisch Leberkranken leiden an einer Autoimmunhepatitis. Die Krankheit befällt Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren dreimal häufiger als Männer. Als Ursache der Autoimmunhepatitis werden Umwelttoxine, bakterielle oder virale Antigene  diskutiert.  Bei der Autoimmunhepatitis hat die Leber ihre Immuntoleranz verloren, d.h. jetzt wendet sich die eigene Körperabwehr gegen das eigene Lebergewebe.

 

Labor:

Laborchemisch zeichnet sich die Krankheit durch Transaminasenerhöhung und durch einen Anstieg der Gammaglobuline, besonders von Immunglobulin (IgG) aus. Charakteristisch ist aber das Vorkommen von Antikörpern, wie Antikörper gegen Zellkerne (ANA), glatte Muskelfasern (SMA), Mikrosomen von Leber und Nierenzellen (LKM) oder ein lösliches Leberprotein (SLA).

 

Diese Antikörper finden sich gelegentlich auch bei anderen Krankheiten. Sie sind nicht für die Entstehung der chronischen Autoimmunhepatitis verantwortlich, stellen aber für die Diagnose führende serologische Marker der Krankheit dar. Aufgrund der verschieden Befundmuster unterscheidet man heute drei AIH-Typen, zwischen denen es allerdings Überlappungen gibt, die Behandlung der drei Typen unterscheidet sich nicht.

 

Verlauf der Erkrankung:

Bei 40 % der Patienten beginnt die Krankheit mit einer akuten Symptomatik, ein beachtlicher Teil ist asymptomatisch. Klinisch ist sie durch Müdigkeit, Leistungsschwäche und bei 25 % durch Bindehautentzündung, Gelenkbeschwerden und -entzündungen, Schilddrüsenentzündung, Zuckerkrankheit und Dickdarmentzündung charakterisiert.

 

Die Krankheit geht unbejandelt über einen sehr langen Zweitraum nicht so sletne in eine Leberzirrhose über und ganz selten kann sich ein hepatozelluläres Karzinom entwickeln.

 

Vor Einführung der Corticoidtherapie betrug die 5- Jahres- Überlebensrate nur 50 %, in den 70er Jahren stieg sie auf 70 - 80 %, bei konsequent durchgeführter Behandlung entspricht sie heute der der Normalbevölkerung.

 

Behandlung der AIH:

Die primäre Therapie der chronischen Autoimmunhepatitis besteht in der Gabe von Glucocorticoiden (z. B. Cortison). Dies kann selbst bei nicht gesicherter Diagnose versucht werden, ein Ansprechen auf Corticoide stellt den Beweis für die Richtigkeit der Diagnose dar. Dennoch erfordern die aktuellen Leitlinien regelhafte eine Leberpunktion vor der Behandlung und in größeren Abständen auch im weiteren Verlauf.

 

Die am häufigsten verwendeten Glucocorticoide sind Prednison und Prednisolon, die wirkungsgleich sind, obgleich Prednison in der Leber zunächst noch in Prednisolon umgewandelt werden muss. Die Therapie wird mit 60 mg täglich begonnen und dann schrittweise bis zu einer Erhaltungsdosis von 8-15 mg täglich reduziert.


Ist es unter der Therapie zur Besserung gekommen, sollte dieses laborchemisch und feingeweblich gesichert werden. Dabei ist zu beachten, dass die histologische Remission erst lange nach der biochemischen eintreten kann. So wurde gezeigt, dass nach 6 Monaten eine klinische Remission zwar bei 65 % der Patienten eingetreten war, die histologische aber erst bei 10 %, nach 2 Jahren betrugen die entsprechenden Zahlen 95 % bzw. 65 %.

 

Daher wäre es sehr wahrscheinlich in Fehler, die Corticoidtherapie zu früh zu beenden. Treten unter der Therapie noch vor Erreichen der Erhaltungsdosis corticoidbedingte Nebenwirkungen auf, so wird Prednisolon/Prednisolon mit Azathioprin kombiniert und das Glucocorticoid weiter vorsichtig reduziert.

In einigen Fällen kann aber sofort auf Steroide plus Azathioprin eingestellt werden. In besonderen Ausnahmesituationen reagieren Patienten allein auf ein "Lebersteroid" (z.B. Budenofalk ® oder Entocort ®).

 

 

Broschüren zur Autoimmunhepatitis

Primär Biliäre Cirrhose (PBC)

Primär biliäre Zirrhose (PBC)



Die primär biliäre Zirrhose (PBC) ist eine chronische Erkrankung, die vor allem die kleinen Gallengänge in der Leber betrifft. Aufgrund der chronischen Gallengangsschädigung kann es im Verlauf zur begleitenden Schädigung der Leberzellen im Abflußgebiet zum sogenannten "Portalfeld"  letztendlich zur Entwicklung einer Leberzirrhose kommen. Obwohl die Krankheit als primär biliäre Zirrhose bezeichnet wird, entwickeln nicht alle Patienten eine Leberzirrhose.

Auch bei der PBC haben viele Patienten zu Anfang der Erkrankung keine schweren Symptome. Wenn Patienten Symptome beklagen, so sind dies häufig Müdigkeit und Abgeschlagenheit, wechselnde Gelenkschmerzen, unspezifische Bauchbeschwerden und Juckreiz. Hinzu kommt in machen Fällen eine Gelbfärbung der Augen, später auch der Haut, die durch einen schlechten Galleabfluß aufgrund der erkrankten Gallengänge verursacht wird. In seltenen Fällen kann auch die PBC sehr schwere Symptome mit Einschränkung der Leberfunktion verursachen.

Die Diagnose der PBC fordert die Zusammenschau der Vorgeschichte des Patienten, der Blutuntersuchungen und der Leberbiopsie. Wegweisend sind spezifische Autoantikörper, sog. AMA vom Subtyp M2, die bei 95% der PBC Patienten gefunden werden.

Die Behandlung der PBC erfolgt gegenwärtig mit einer natürlichen Gallensäure, der Ursodeoxycholsäure (URSO), die ursprünglich von der Bärengalle gewonnen wurde aber ganz gering auch in der menschlichen Galle vorkommt. Heute wird URSO synthetisch gewonnen. Diese Gallensäure verbessert den Galleabfluß in den erkrankten Gallengängen, reduziert Entzündungsreaktionen, verbessert das Labor.

 

 

 

Broschüre

    Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

    Primär sklerosierende Cholangitis (PSC)

    Die PSC gehört zu den Autoimmunerkrankungen der Leber.

     

    Da diese Erkrankung sich hauptsächlich an den großen und kleinen Gallenwegen abspielt und weniger die Leberzelle selbst betrifft, wird diese Erkrankung im Kapitel "Galle und Gallenwege" erläutert.

    Haemochromatose

    Eisenspeichererkrankung - Hämochromatose

     

    Was ist die Hämochromatose?

    Die Hämochromatose ist die häufigste Erbkrankheit des Erwachsenen. Ein Mensch unter 40 Bürgern ist ein gesunder Träger eines fehlerhaften Gens und eine von  250- 400 Personen erkrankt in Deutschland an der Speicherkrankung Hämochromatose. Die Dunkelziffer ist leider sehr hoch.

     Die Erkrankung wird "autosomal rezessiv" vererbt, d.h. Ihr Vater und Ihre Mutter haben zu gleichen Teilen Erbanlagen für diese Erkrankung in Ihre Wiege gelegt. Erst wenn zwei Elternteile gleichzeitig je eine Erbanlage der Erkrankung dem Kind weitergeben, kann es (muß aber nicht!) zur Eisenspeichererkrankung kommen.


    Fast jeder dieser doppelt tragenden Anlageträger ("homozygter Genträger") kann im Laufe des Lebens an dem Vollbild der Hämochromatose erkranken. Erste Symptome treten oft erst ab dem 40.-60. Lebensjahr auf (Männer häufiger und früher betroffen, Frauen meist erst nach der Menopause).

    Eine Kunst ist es nun, diese Stoffwechselerkrankung schon frühzeitig in einem unterschwelligen Stadium zu erkennen, in dem noch keinerlei Organfolgeerkrankungen aufgetreten sind.

     

    Welche Formen der Hämochromatose (HFE) sind bekannt?

    Die klassische Form der Erwachsenen-Hämochromatose mach den Großteil aller Patienten aus. Es handelt sich hierbei um autosomal-rezessiv vererbte Erkrankungen (siehe Text oben). Hierbei ist überwiegend die homozygote Mutation Cys282Tyr nachweisbar und selten die His63Asp oder deren Mischvariante ("Compound-Heterozygotie" von "C282 plus H63A).  Diese Typen werden in die Gruppe HFE-Typ 1 einsortiert.

    Seltener kommen zwei "juvenile", d.h. im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter aufttretende Hämochromatoseformen vor (HFE-Typ 2a: Haemojuvelin-Defekt;   HFE-Typ 2b: Hepcidinrdefekt, beide autosomal rezessiv) und eine seltene adulte Form (HFE-Typ 3= Transferrinrezeptordefekt; autosomal rezessiv) vor.

    Eine sehr seltene Erwachsenenform (HFE-Typ 4) wird autosomal dominant vererbt und betrifft das Eisentransportprotein Ferroportin (hier meist nur das RES der Leber und Milz beroffen).

     

    Wie kommt es zur Organschädigung?

    Das fehlerhafte Gen führt zu einer unkontrollierten Aufnahme von Eisen aus der Nahrung und zu einer Überladung verschiedener Organe mit diesem gesteigerter Einlagerung und Speicherung des Schwermetalls. Eisen kann in höheren Konzentrationen gewebeschädigende Wirkungen entfalten. Es kann in den gesamten Körpergeweben zu Folgeerkrankungen führen, die zu verschiedenen Symptomen führen.

     

    Welche Symptome treten bei einer Hämochromatose auf?

    Die ersten Symptome können von der Leber (Müdigkeit), den Gelenken (Schmerzen), der Bauchspeicheldrüse (Zucker, Harnflut) oder anderen Drüsen (Zyklusstörungen, Libidoverlust) kommen. Oft sind die Symptome nicht eindeutig und die Diagnose wird übersehen, wenn der Hausarzt nicht an diese Krankheit denkt.

    Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?

    Die Spätfolgen können Leberzirrhose (Vernarbung), Zuckerkranheit und dunkle Hautpigmentierung ("Bronzediabetes") sowie Leberkrebs. Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen sein.

     

    Welche Untersuchungen sollten erfolgen?

    Jeder erhöhte Eisenwert und jeder erhöhte Leberwert sollte Anlass sein eine Eisenspeichererkrankung zu vermuten und abzuklären. Hilfreich wäre es auch, wenn der Hausarzt die Familiengeschichte kennen würde.

     

    Die Krankheit sollte mit einem einfachen Test (Eisen und  Eisenbindungskapazität) gesucht werden. Liegen diese Werte über der Norm, wird eine molekulargenetische Untersuchung durchgeführt; dadurch kann die Krankheit bei 85% der Patienten nachgewiesen werden. Unter Umständen ist eine Leberbiopsie notwendig; dabei wird unter Lokalanästhesie ein kleines Stück Leber mit einer Nadel entfernt, um diese unter dem Mikroskop zu beurteilen und um darin die Eisenmenge (Eisentrockengewicht und Hepatischer Eisenindex) zu bestimmen. Wird eine Hämochromatose diagnostiziert, ist es enorm wichtig, dass alle Familienangehörigen ebenfalls untersucht werden, um auch bei ihnen mit einer frühzeitigen Therapie Organschädigungen zu verhindern.

     

    Therapie

    Wichtig ist es, dass nach ausführlicher Diagnostik inklusive einer Leberpunktion auch bei symptomfreien Patienten sofort eine Behandlung einzuleiten. Denn nur bei konsequenter Therapie ist eine normale Lebenserwartung zu erwarten.

    Das überflüssige Eisen wird durch regelmässige Aderlässe entfernt. Wichtigste Therapie bleibt der Aderlass (500 ml/Woche, entspricht 250 mg Eisen), der über 1-2 Jahre durchgeführt werden soll bei Ferritinwerten unter 100 ug/l nur 1x alle 3 Monate (Cave: Anämie, Proteinverluste).

     

    Diese Möglichkeit einer effizienten Therapie zeigt, welch grosse Bedeutung einer frühzeitigen Diagnosestellung zukommt. Bei frühzeitiger Erkennung können alle Organschäden verhindert werden! Unter dieser Behandlung kommt es zur Verbesserung der verschiedenen Organfunktionen und der Symptomatik.
    Weitere Behandlungsarten bleiben Sondersituationen vorbehalten. Kontrolluntersuchungen sind in regelmäßigen Abständen erforderlich.

     

     

      Link Eisenspeichererkrankungen:


      www.haemochromatose.org


      Informationen über Eisenspeichererkrankung, die Haemochromatose.
      Hämochromatose-Vereinigung Selbsthilfegruppe

      Broschüren zur Hämochromatose

      Leberzirrhose

      Narbenschrumpfleber - die Leberzirrhose

       

      Was ist Leberzirrhose?

      Die oft so genannte Schrumpfleber bezeichnet das fortgeschrittene Stadium einer irreparablen Leberschädigung, die mit der Zerstörung von Lebergewebe und Vernarbungen des Organs einhergeht.  Eigentlich handelt es sich um ein Endstadium jeder nicht behandelten Lebererkrankung.  Mit der Vernarbung kommt es zu einem Verlust der normalen Architektur (Bildung von Knoten) und einer Vermehrung von Bindegewebe.

       

      Erkrankungsstadien:

      Die Leberzirrhose verläuft wiederum in mehreren Krankheitsstadien. Anfangs bleibt sie unbemerkt. Die Leber hat auch hier ein großes Kompensationspotential. Klinisch werden die Schweregrade immer noch nach der Child-Pugh-Klassifikation (Punktecore aus verschiedenen Befunden) eingeteilt.

      Da die Leber als Multifunktionsorgan an Verdauung, Blutkreislauf und Blutgerinnung, Stoffwechsel und Hormonhaushalt beteiligt ist, führt eine unbehandelte Leberzirrhose auf Dauer zu erheblichen Einschränkungen bei wichtigen Körperfunktionen und schließlich über das Leberkoma zum Tod.

       


      Krankheitsbild:

      Welche Symptome und Beschwerden treten bei einer Leberzirrhose auf?
      Die Entstehung einer Schrumpfleber macht sich zunächst nur schwach und unspezifisch bemerkbar. Viele Patienten merken überhaupt nicht, dass sie eine Zirrhose haben. Andere beklagen sich über Müdigkeit. Auch Mattheit, mangelnder Appetit und Gewichtsverlust kündigen die Erkrankung an.  Oft wird die Krankheit erst durch ihre Komplikationen bemerkt.

       

      Welche Komplikationen und Gefahren gibt es dabei?

      Komplikationen können sich z.B. in Form von inneren Blutungen (in 30% lebensbedrohlichen !) meist aus Krampfadern in der Speiseröhre, sogenannte Ösophagusvarizen) äußern. Aber es können auch Komplikationen in Form eines Wasserbauches (Aszites), einer Gelbsucht (Ikterus), einer Hirnschädigung ("Hepatische Enzephalopathie" = eine innere Selbstvergiftung, weil die Leber Gifte aus dem Darm nicht mehr filtriert), einer Unterernährung mit Muskelschwund anzeigen. Nicht wenige Patienten sterben an den Komplikationen einer Zirrhose.

       

      Ursachen:

      Eine der wichtigsten Ursachen der Leberzirrhose ist übermäßiger Alkoholkonsum. Auch die Eisenspeichererkrankung führt unbehandelt zur Zirrhose. Eine wesentliche Rolle spielen auch fortgeschrittene Lebererkrankungen wie die chronischen virusbedingten Leberentzündungen (vor allem Hepatitis B und C) sowie andere, seltenere Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen der Leber. Auch bestimmte Gifte, bestimmte Medikamente und einige Parasiten können schwerwiegende Leberschädigungen herbeiführen.

       


      Diagnose:

      Zur Diagnose einer Zirrhose führen meistens die Symptome der Patienten die durch die Komplikationen verursacht werden. Das Arzt-Patientengespräch sowie die körperliche Untersuchung (Zirrhose ist auch tastbar), die Bestimmung von Blutfaktoren und eine Ultraschalluntersuchung komplettieren den Befund. Ggf.  sind eine Magenspiegelung (ÖGD) zum Ausschluss von Krampfadern (Varizen),  eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes (Wasser (=Ascites), Leberkrebs, Zirrhose, Thrombose der Portalgefäße etc. pp.) erforderlich.

      Das Risiko für Leberkrebs ist deutlich erhöht, deshalb ist eine halbjährliche Kontrolle durch Ultraschall und die Bestimmung von Tumormarkern angezeigt.

       

      Behandlung:

      Die Behandlung richtet sich nach den Ursachen. Schädliche Einflüsse wie Alkohol oder Medikamente müssen ausgeschlossen werden, Grunderkrankungen bedürfen einer adäquaten Therapie. 

       

      Leberschäden lassen sich nicht rückgängig machen, die Therapie ist darauf ausgerichtet, eine weitere Verschlechterung zu verhindern. Der Gastroenterologe kann Beschwerden lindern und die Chancen auf ein fast normales Leben verbessern.

       

      Man kann Folgen der Zirrhose behandeln.  Blutungen werden endoskopisch (Verödung oder Ligatur der Krampfadern), radiologisch (TIPS), chirurgisch oder medikamentös (Betablocker, Nitrate) behandelt. Für den Wasserbauch braucht man harntreibende Medikamente. Die Hirnfunktionsstörung (durch Vergiftungsprodukte; = hepatische Enzephalopathie) wird mit Medikamenten behandelt.

       

      Die Ernährung sollte anfangs energie- und proteinreich sein! Erst in ganz späten Stadien sollte die Diät salz- und eiweißarm sein. Häufige kleine Mahlzeiten sind hilfreich, evtl. Gabe von verzweigtkettigen Aminosäuren, Zink und Lactulose sowie z.B. Neomycin zur selektiven Darmdekontamination. Alkohol sollte strikt gemieden werden. Gegebenenfalls Behandlung der Grundkrankheit.

      Broschüre zur Leberzirrhose

      Leberkrebs

      Leberkrebs

       

      Ursachen für Lebertumore oder Metastasen

       

      Die Leber wird als zentrales Organ des Körpers oft von Fernmetastasen befallen, die von Tumoren an anderen Körperregionen insbesondere im Magen-Darm-Bereich ausgehen. Hier ist es wichtig den verursachenden Krebs (Primarius) zu finden und ebenfalls zu behandeln.

       

      Davon zu unterscheiden ist der primäre Leberkrebs (hepatozelluläre Karzinom) und das Gallengangskarzinom (Cholangiozelluläres Karzinom)) im engeren Sinn, die auf die Entartung von Leber- und Gallengangszellen zurückzuführen sind. In Deutschland gibt es jährlich zwei bis drei Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner, Männer erkranken etwa zwei- bis dreimal häufiger als Frauen. Der Leberzellkrebs ist heute weltweit eine der häufigsten Krebsarten mit einer geographisch unterschiedlichen Verteilung.

       

      Meist entsteht der Leberzellkrebs auf dem Boden einer chronischen Lebererkrankung, die zur Leberzirrhose geführt hat (Lebervernarbung); diese kann durch Viren (Hepatitis B oder C), übermässigen Alkoholkonsum, Pilzgifte (Aflatoxin) und durch die Erbkrankheit Hämochromatose verursacht werden. Auch krebsauslösende Gifte (Thorotrast, Polyvinylchlorid und sehr viele mehr) und Leberrheuma (Autimmunhepatitis) sind mit  einem erhöhten Leberkrebsrisiko verbunden.

       

      Welche Symptome und Beschwerden treten bei einem Lebertumor auf?


      Häufig merkt der Patient nichts. Kleine Geschwülste der Leber werden oft nur im Rahmen von Routineuntersuchungen gefunden. In der Regel führt Leberkrebs in den Anfangsstadien nicht zu Beschwerden. Erste Hinweise sind zunehmende Abgeschlagenheit, ungewollte Gewichtsabnahme. Im rechten Oberbauch können dumpfe Schmerzen auftreten. Bei Wasserbauch, Gelbsucht oder spürbarer Geschwulst ist die Krankheit bereits fortgeschritten.

       

      Welche Untersuchungen müssen bei einem Leberkrebs gemacht werden?

      Ultraschall, 3-Phasen-Computertomographie und KM-Magnetresonanz-Tomographie sind die wichtigsten bildgebenden Verfahren um kleine Leberzellkrebse zu entdecken. Im Blut kann ein sogenannter Tumormarker, in der Suche nach Leberzellkrebsen hilfreich sein.

       

      Welche Komplikationen gibt es bei Lebertumoren?


      Der Leberzellkrebs kann in der Leber, in Blut- und Lymphgefässe, aber auch in Gallenwege einbrechen und in der übrigen Leber, im Bauchraum, in der Lunge und an anderen Orten Ableger bilden. Unbehandelt führt diese Krankheit deshalb meist innerhalb eines Jahres nach dem Krankheitsnachweis zum Tode.

       

      Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

      Die Behandlung erfordert zunächst eine gründliche Diagnostik inklusive Umfelddiagnostik der umgebenen Organe.

      Bei Lebermetastasen wird zunächst die Grunderkrankung und dann zügig die Lebermetastase behandelt. Die Prognosen haben sich durch dieses Vorgehen deutlich verbessert.


      Nur eine frühzeitige komplette Entfernung der Lebergeschwulst hat  Aussicht auf Heilung der Krankheit. Da die Leber auch nach einer operativen Entfernung von bis zu 70% des Gewebes wieder nachwachsen kann, sind ausgedehnte Leberoperationen heute erfolgreich möglich.  Bei totaler Entfernung werden 5-Jahres-Überlebensraten von 25 bis 40 % erreicht. 
       

      Ist eine Operation unmöglich, kann dem Patienten trotzdem geholfen werden, auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Es könnte in spezialisierten Zentren mit der Transarteriellen Chemoembolisation (TACE) und transcutanen Laser-Ablation (LITT: Laser-induzierte interstitielle Thermotherapie) oder Radiofrequenzablation (RFA) sowie einer Selektiven Internen Radiotherapie (SIRT oder auch Radioembolisation) eine lokale Kontrolle und Lebensverlängerung erreicht werden. In manchen anderen Fällen kann die Injektion von reinem Alkohol direkt in die Geschwulst das Wachstum stoppen oder verlangsamen.

      Ggf. muß die Gallenflüssigkeit mittels perkutaner Gallaengangsdrainage (PTCD) abgeleitet werden. Flankierend kann eine Chemotherapie erfolgen, manchmal in frühen Stadien eine Photodynamische Therapie der Gallengänge. Diese Methoden können ebenfalls nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.

      Wir stehen unsseren Patienten zusammen mit dem Hausarzt zur Seite und werden entsprechende Zentren für finden.

       

       

      Broschüre zur Lebertumoren

      Links

      Weitere Informationen zu Erkrankungen der Leber (Links)

      Lebererkrankungen inklusive Selbsthilfe:

       

      www.bag-leber.de

      Bundesarbeitsgemeinschaft Leber
      Hier sind die nahezu alle empfehlenswerten Internetseiten Deutschland zum Thema Lebererkrankungen aufgelistet und aufrufbar. Sehr viele, gute Patienteninformationen.

      www.deutsche-leberstiftung.de

      www.kompetenznetz-hepatitis.de
      Hier finden Sie Informationen für Ärzte und Patienten zum Thema Hepatitis in Form einer Zusammenarbeit der Deutsche Leberstiftung und des Kompetenznetzes Hepatitis unter Beteiligung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Verbesserung der Versorgung leberkranker Menschen


      www.hepatitis-c.de

      Neben Patiententipps und verschiedenen Therapiehinweisen gibt es auch psychologische Hilfestellung, beispielsweise mit einem Artikel, der sich an Partner von Menschen, die an Hepatitis leiden, wendet. Die Adresse lautet:
      Deutsches Hepatitis C Forum e.V.
      Postfach 20 01 08
      41201 Mönchengladbach
      Tel.: (02166) 553333
      Fax: (02166) 24772
      Hepatitis C Beratungsstelle
      Honiggasse 2
      41189 Mönchengladbach
      Telefon: (02166) 553333; (Mobil von 09 bis 17 Uhr: 0177 3616990)

      www.leberhilfe.org

      Verein zur Selbsthilfe bei Lebererkrankungen
      Deutsche Leberhilfe e.V.
      Luxemburger Str. 150
      50937 Köln
      Tel: (0221) 2829980
      Fax: (0221) 2829981
      e-mail: beratung@leberhilfe.org

      www.hepatitis.de

      Deutsche Hepatitis Liga e.V.
      Postfach 200666
      80006 München
      Tel.: 08133- 92944
      Fax: 08133- 92945

       

      www.hepatitisandmore.de

      Von Ärzten für Äzte. Aber auch für Patienten. Beantwortung von Fragen, neueste Kongressbericht und Termine für Fortbildungsveranstaltungen. Umfassende Informationen über alle Hepatits-Formen.


      www.hcv-shg-bund.de

      Bundesverband Selbsthilfegruppen Hepatitis C e.V.
      Einsingerstrasse 25
      89073 Ulm
      Tel.: 0731-6026719
      Fax:0731-9213436
      e-mail: hepatitis@hcv-shg-bund.de

      www.lebertransplantation.de