Das Reizdarm-Syndrom (im Prinzip damit auch das Reizmagen-Syndrom)

wird in folgenen Kapiteln ausführlich beschrieben.

 

Nur in Kürze:

 

Auf dem 13. Internationalen Kongress für Gastroenterologie wurden von vielen Experten die sogenannten Rom-Kriterien für das Reizdarm-Syndrom beschrieben.

 

Anhand dieser einfachen Orientierungspunkte kann der geschulte Arzt schon anhand eines Gesprächs mit hoher Sicherheit die Diagnose eines Reizdarm-Syndroms stellen.

 

Heute gelten die, mehrfach aktualisierten und überarbeiteten  Rom-II Kriterien zur Diagnose des Reizdarm-Syndroms:

Bauchschmerzen und Unwohlsein während der vergangenen 12 Monate über die Dauer von mindestens 12 Wochen (nicht unbedingt aufeinander folgend), wobei mindestens 2 der 3 folgenden Charakteristika erfüllt sind:

 

  • Erleichterung der Beschwerden nach der Stuhlentleerung
  • Beginn der Beschwerden im Zusammenhang mit einer Änderung der Stuhlfrequenz und/oder
  • Beginn der Beschwerden im Zusammenhang mit einer Änderung der Stuhlkonsistenz

Zusätzliche Beschwerden Symptome, die darüber hinaus die Diagnose Reizdarmsyndrom stützen:

 

  • Abnorme Veränderung der Stuhlfrequenz
    (weniger als 3 Stuhlgänge pro Woche oder mehr als 3 Stuhlgänge pro Tag)
  • Abnorme Veränderung der Stuhlkonsistenz (hart, breiig, wässrig)
  • Abnorme Stuhlpassage (mühsam, gesteigerter Stuhldrang, Gefühl der inkompletten Entleerung)
  • peranaler Schleimabgang (Schleimbeimengungen im Stuhl)
  • Blähungen oder Gefühl der abdominellen Distension (hier gemeint Bauchumfangserweiterung)

In der Folgezeit wurden mehrere Untergruppen unterschieden:

 

  • Reizdarm vom Bläh-Typ
  • Reizdarm vom Diarrhöe-Typ
  • Reizdarm vom Obstipations-Typ
  • Reizdarm vom Schmerz-Typ

(Überlappungen und Typen-Wechsel sind aber möglich)

 

Bei all diesen Beschwerden ist ein konsequente Diagnostik zum Ausschluss einer organischen Erkrankung, z.B. einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (CED) oder einer Zöliakie/Sprue erforderlich.

 

Häufig wird Ihnen daher eine Magen- und Darmspiegelung angeboten werden, ggf. ergänzt durch Atemtestungen auf Nahrungsmittelunverträglichkeit und/oder eine Laboruntersuchung.

 

 

 

Typische Beschwerden

Typische Beschwerden

Wenn der Darm streikt: Das Reizdarm-Syndrom.

 

Typische Beschwerden sind:

1. Abdominale Schmerzen oft in Beziehung zur Stuhlentleerung oder in Bezug
    auf die Nahrungsaufnahme
2. Veränderung der Stuhlentleerungen hinsichtlich Frequenz, Konsistenz,
    Passage, Entleerung
3. Häufig assoziiert ist ein Gefühl der Blähungsneigung, Völle- und Steingefühl 
    im Bauchraum

 

Das Reizdarmsyndrom (medizinischer Fachausdruck: Colon irritabile) gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts. Dabei handelt es sich um eine sogennante funktionelle Darmstörung, die mit krampfartigen oder stechenden Bauchschmerzen, Blähbauch (Meteorismus), Durchfall oder Verstopfung, meist alles im Wechsel auftretend, einhergeht.

 

„Funktionell“ bedeutet, dass eine harmlose Abweichung von der normalen Organfunktion vorliegt (Bewegungsstörungen des Dickdarms, veränderte Schleimproduktion des Darms, manchmal reduzierte Rückresorption der im Darm befindlichen Flüssigkeit etc.), aber keine krankhafte Veränderung der Organstruktur oder gar eine bösartige Krankheit als Ursache für die Beschwerden nachgewiesen werden kann.


Der Darm als Organ des Körpers wird eigentlich nur dann wahrgenommen, wenn er nicht richtig funktioniert. Fast jeder Mensch wird irgendwann diese Erfahrung durch einen kurze Zeit dauernden Infekt gemacht haben. Eine normale Darmfunktion erscheint ansonsten für viele selbstverständlich.

Anders ist es für Menschen mit Reizdarmsyndrom, bei denen Schmerzen, Krämpfe, Missemfindungen im Bauchbereich täglich und andauernd auftreten. Auch veränderter Stuhlgang – allgemein ein Tabuthema – kann beim Reizdarmsyndrom zum quälenden Dauerproblem werden. Sowohl plötzlicher, schwer kontrollierbarer Durchfall wie auch unangenehme Blähungen oder lästige Verstopfung schränken den normalen Aktionsradius und die eigene Körperfunktion nachhaltig ein. Für Gesunde undenkbar wird für Reizdarm-Patienten das Denken und das Planen des Tagesablaufs durch die Beherrschbarkeit der Bauchprobleme und die rasche Verfügbarkeit einer Toillette bestimmt. Dabei ist die Erkrankung den Betroffenen nicht anzusehen. Sie müssen in Beruf und Privatleben „funktionieren“ und erscheinen körperlich gesund. Streikt der Darm jedoch, geht oft gar nichts mehr: Krankmeldungen sind häufig, Gesellschaft wird zum Problem, Einhaltung von Terminen unsicher, Verabredungen werden abgesagt. Im Extremfall resultiert wie bei schweren Behinderungen auch eine gewisse soziale Isolation.


Das Reizdarm-Syndrom eine gute Prognose. Es ist weder mit ernsthaften Darm- oder Krebserkrankungen verbunden noch mit einer eigeschränkten Lebenserwartung. Beschwerden sind oft chronisch, oft in Phasen verstärkt und können auch im Verlauf abklingen. In der westlichen Welt liegt die Prävalenz bei 10-20%. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.


Oft verbessert sich das Befinden bei längerer Entspannung (zum Beispiel im Urlaub) und verschlimmert sich unter Stress. Sehr charakteristisch für das Reizdarmsyndrom ist auch eine wochenlange Beschwerdefreiheit nach einer Darmspiegelung, da bei der Untersuchung starke Verkrampfungen gelöst werden und der Darm in sich gedehnt und aufgelockert wird. Die der Untersuchung vorausgehende Darmreinigung trägt zudem dazu bei, Substanzen und ungünstige Darmbakterien, die die Beschwerden eventuell verstärken, aus dem Darminneren zu entfernen.

 

 

 

Ursachen

Ursachen

 

Die Ursachen für die Entstehung eines Reizdarms sind nicht eindeutig geklärt. Dies erschwert natürlich die Therapie.

 

Diskutiert werden folgende Faktoren als Ursachen oder Krankheitsauslöser:

  • Abnorm zusammengesetzte Darmflora
  • Veränderte Immunregulation des Darms
  • Veränderte Neurotransmitter (Botenstoffe)
  • Vermehrung der Gasbildung
  • Veränderte Bewegungsmuster des Darms
  • Verstärktes Schmerzempfinden
  • Stress, seelische Konfliktsituationen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, z.B. gegen Sorbit, ein Süßstoff, der auch in bestimmten Früchten (z.B. Birnen oder Pflaumen) enthalten ist
  • Nebenwirkungen von Medikamenten, die versteckte Abführmittel enthalten und so zu Durchfällen führen
  • Chronische Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn)
  • Ballaststoffarme Ernährung

 

Untersuchungen haben ergeben, dass die Bewegungen des Darms beim Reizdarmsyndrom verändert sind. Beim gesunden Menschen gibt es eine charakteristische, immer wiederkehrende Bewegung des Dünndarms. Diese pflanzt sich langsam in Richtung Dickdarm fort und bewirkt so die Vorwärtsbewegung des Speisebreis. Bei Patienten mit Reizdarmsyndrom zieht sich der Darm stattdessen in nur kurz andauernden, schnell aufeinander folgenden Bewegungen zusammen. Die Bewegung (Motilität) des Dünndarms ist somit gestört.


Auch die Immunreaktionen, Schleimhaut-Durchlässigkeit des Darms scheinen verändert. Bestimmte Darmschleimhautzellen (Enterochromafine Zellen) können gestört werden genauso wie auch die Steuerung der Verdauungsfunktion durch Neurotransmitter (Botenstoffe). Immunmodulierende Botenstoffe, die mit Entzündungsreaktionen assoziiert sind (Interleukine, Neuropeptide) waren in manchen Patientengruppen leicht erhöht nachweisbar. Die Reizschwelle für Schmerzen ist nachweisbar erniedrigt. Auslöser kann ein banaler Magen-Darm-Infekt (Gastroenteritis) sein wie auch gewisse erbliche Faktoren.


Die Psyche spielt zwar bei der Erkrankung keine ursächliche Rolle, kann aber bei Stress die Beschwerden durch Ausschüttung von Stresshormonen am Darm verstärken. Umgekehrt helfen Entspannungstechniken und Meditation vielen Patienten, ihre Beschwerden zu lindern.

 

So lassen sich bei Reizdarmpatienten nach sehr genauer Diagnostik eine Mixtur verschiedener Mechanismen finden, die in der Summe ein Gesamtbild der Beschwerden ergeben. Leider läßt sich nicht ein einziger entscheidener Auslöser für Beschwerden finden. Daher können Patienten mit Reizdarmsyndrom derzeit nicht ursächlich sondern nur rein symptomatisch, d.h. nach vorherrschender Beschwerdesymptomatik, behandelt werden.

 

Zu Mechanismen der Schmerzentstehung selbst, erhalten Sie im Kapitel "Bauchschmerzen" weitere Erklärungen  (siehe linke Seite der Homepage: das Kapitel über dem Reizdarmkapitel).

 

 

Prognose

Prognose

 

Das ist eben das Entscheidende!

 

Wurden andere Grunderkrankungen und Ursachen ausgeschlossen und wurden die Beschwerden einmal umfassend medizinisch abgeklärt, hat das Reizmagen- und Reizdarm-Syndrom eine gute Prognose!

 

Es ist weder mit ernsthaften Darm- oder Krebserkrankungen verbunden noch mit einer eigeschränkten Lebenserwartung. Patienten mit Reizdarm müssen auch nicht häufiger operiert werden als die Normalbevölkerung. Die Lebenserwartung scheint  sogar über dem Durchschnitt zu liegen.

 

Dennoch bleiben die Beschwerden oft chronisch, können  in Phasen verstärkt auftreten und auch im Verlauf wieder abklingen. Natürlich werden diese Beschwerden von dem betreuenden Hausarzt behandelt.

 

Untersuchungen haben in Studien gezeigt, dass ein Großteil der Patienten im Laufe der Zeit deutlich weniger Beschwerden aufweist und auch besser mit den Beschwerden umzugehen weiß. Das ist wenigstens ein kleiner Trost!

 

 

 

 

 

 

Diagnostik

 

Diagnostik zur Abklärung funktioneller Bauchbeschwerden

 

Die Diagnose sollte so früh wie möglich mit gezielt eingesetzten Untersuchungen und Befragungen durch den spezialisierten Arzt erfolgen.

Es werden aktuell nach einen ärztlichen Beratungsgespräch (Warnsymptome, Familiengeschichte, aktuelle Symptomatik) folgende Basisschritte empfohlen:

 

1) Initiale Labordiagnostik mit Blutbild, Blutsenkung und
    Entzündungsparametern wie CRP-Bestimmung und Urinstatus. Es könnten
    ggf. auch ein Nahrungsmittelprotokoll und eine Sprue-Serologie sinnvoll sein.

2) Ein Stuhltest auf nichtbare Blutspuren im Stuhl ("okkultes Blut"). Dieser Test
    ersetzt eine fachgerechte endoskopische Abklärung jedoch nicht.

 

3) Ein Calprotectin-Test im Stuhl (aber auch Lactoferintest) kann eine
    organische Darmerkrankung in bis zu 98%iger Sicherheit ausschließen.
    Insbesondere für Kinder mit Bauchschmerzen, kann dieser Test sehr
    wertvolle Hinweise liefern, ohne eine Darmspiegelung durchführen zu
    müssen. Auch dieser Stuhltest ersetzt eine Koloskopie natürlich nicht.

4) Eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane wird empfohlen.

 

5) Die Darmspiegelung/Magenspiegelung sind nicht zwingend, sie besitzen
    aber den höchsten Stellenwert in der differentialdiagnostischen Abklärung 
    und Ausschluss  organischer Darmerkrankungen.

 

6) Bei unklaren Unterbauchbeschwerden sollte bei Frauen auch immer eine  
    gynäkologische Untersuchung erfolgen.

 

Funktionelle Erkrankungen können erst nach Ausschluss von organischen Erkrankungen festgestellt werden. Daher ist es zunächst wichtig, dass keine Alarm-Symptome (Gewichtsverlust, Nachtschweiß, Blutabgänge, Schluckstörungen, Lymphknotenschwellungen, Fieber etc. pp.) vorliegen.

 

Das Reizdarmsyndrom kann zwar für den erfahrenen Gastroenterologen sicher anhand von gewissen Scores (Rom-Kriterien) schnell festgestellt werden aber (s.o.) es  handelt es sich eben um eine reine Ausschlussdiagnose. Die Abklärung funktioneller Bauchbeschwerden sollte in Ruhe auch über einen längeren Zeitraum  durchgeführt werden. Notfalluntersuchungen sind hierfür in der Regel nicht notwendig. Die Untersuchungsmethoden richten sich dabei nach dem Lebensalter, Symptomatik und Vorgeschichte des Betroffenen. 

Die Diagnostik ziel zunächst auf den Ausschluss von relevanten und häufigen organischen Erkrankungen. Zur Differenzialdiagnose zählen z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die Glutenunverträglichkeit, Darmtumoren, bakterielle Infektionen. Darüber hinaus sollten weitere organische Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, Gallensäuremalabsorption und  Durchblutungsstörungen abgegrenzt werden, die alle relativ häufig in unserer Bevölkerung vorkommen.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Verdauung und Stoffwechsel (DGVS) hat eine Leitlinie zum Thema „Reizdarm“ veröffentlicht.  Schon im ersten Patientengespräch, in dem der geschulte Arzt gezielt die Beschwerden des Patienten abfragt, kann der Reizdarm relativ sicher festgestellt werden. Unklare, oft krampfartige Schmerzen im Unterleib, die mal mehr mal weniger stark auftreten, sind deutliche Hinweise auf ein Reizdarmsyndrom.

 

Außerdem könnten die Betroffenen bereits ihr Ernährungsverhalten analysieren, vielleicht ein Ernährungs- und Stuhltagebuch führen. Hierdurch könnte schon der Hausarzt wertvolle Hinweise über Schmerzursachen und Behandlungsmöglichkeiten finden. Stress oder andere psychische Beeinträchtigungen könnten außerdem hinterfragt und eingegrenzt werden.


Dann wird der Patient zuerst beim Hausarzt einer Grunduntersuchung unterzogen. Als weitere Basisdiagnostik wird eine Laboruntersuchung, eine Sonographie, bei Frauen eine gynäkologische Untersuchungempfohlen. Diese Diagnostik wird der Facharzt je nach individueller Situation und Beschwerdelage durch weiterführende Untersuchungen ergänzen (Funktionstests auf Unverträglichkeiten) und je nach Symptomatik auch eine Darmspiegelung durchführen.

 

Wurden nach der durchgeführten Diagnostik organische Erkrankungen ausgeschlossen, bekommen die betroffenen Menschen wieder Sicherheit, es werden dadurch eben die bedrohlichen Gedanken genommen. Die gründliche Diagnostik  führt auch direkt zum Einstieg in die Behandlung.

 

Ein Programm oder ein Terminplan zur Abklärung funktioneller Bauchbeschwerden kann gern von unserer Gastroenterologischen Praxis am Siebengebirge für Sie zusammengestellt und geplant werden. Wir arbeiten hierbei mit speziellen Laboren und Ernährungsberatern sowie weiteren Therapeuten zusammen. Nicht immer werden hierbei medizinisch sinnvolle Untersuchungen und auch medikamentöse Behandlungen von der Kasse erstattet. Darüber könnten wir Sie genauer informieren.

 

 

Therapie

 

 Die Therapie von funktionellen Bauchschmerzen

 

Anhand der Untersuchungsergebnisse könnte das Behandlungskonzept erstellt werden, welches im Wesentlichen auf drei Säulen steht:

a) Allgemeinmaßnahmen wie ärztliche Führung, Ernährung und insbesondere
    eine rein symptomorientierte Behandlung nach dem Bausteinprinzip.

b) Medikamentöse Behandlung (pflanzlich und medikamentös)

c) Psychosomatische Grundversorgung ebenfalls in Einzelfällen hilfreich
   (Gespräche, Strategien, Analysen, Entspannungstechniken, Hypnotherapie
   etc. pp)

 

Wie bereits ausführlich dargelegt (Ursachen; siehe auch Kapietel Bauchschmerzen), sind die Entstehungsmechanismen für funktionelle Bauchbeschwerden komplex und vielfältig. Die „Wunderpille“, die einmal eingenommen wird und das ganze Spektrum der Beschwerden komplett wegnimmt, gibt es daher nicht und wird es wohl auch nie geben.


Die Erkrankung kann nicht ursächlich therapiert werden, da die Ursache eigentlich unbekannt ist. Eine Vielzahl kleinerer Störungen setzt puzzleartig das gesamte Beschwerdebild zusammen. Diese müssen eben bausteinartig einzeln behandelt werden (Kombination vieler Einzelbehandlungen = Bausteinprinzip). Dabei wird immer die vorherrschende Beschwerdesymptomatik behandelt.


Der Gastroenterologe orientiert sich bei den therapeutischen Maßnahmen an Schwere und Intensität der Beschwerden. Er stellt sicher, dass keine andere schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Eine Schulung über die Mechanismen der Erkrankung, über die gute Prognose und über die verschiedenen Therapieformen wird den meisten Patienten schon sehr gut weiter helfen. So bekommen die Betroffenen über die Zeit das Wissen, die jeweiligen Behandlungen bedarfsgerecht und gezielt selbstständig einzusetzen. Von Zeit zu Zeit werden sicherheitshalber Kontrolluntersuchungen vom Hausarzt oder mir angeboten.

Die allgemeine gesunde Lebensführung und Sport können den Verlauf abmildern. Eine Ernährungsberatung könnte zur Feststellung und Behandlung ernährungsbedingter Ursachen hilfreich sein. Psychologen/Innen können weiterhelfen seelisch belastende oder stressverursachende Faktoren zu erkennen und über geeignete Veränderungen der Lebensweise, Schlafhygiene, Stressverarbeitung, Meditation und Entspannungsübungen beraten. In Einzelfällen werden Hypnotherapie und Gesprächstherapie eingesetzt.


Viele mit der Krankheit einhergehende Symptome können durch gezielte medikamentöse Maßnahmen gelindert werden. Die Umstellung von Ernährungsgewohnheiten (Ballaststoffe) kann ebenso hilfreich sein wie der Einsatz bestimmter stuhlregulierender Maßnahmen (Quellstoffe), Entschäumer (Symethicon, Fenchel-Anis-Kümmel), Durchfallblocker (Loperamid), krampflösender pflanzliche und chemischer Präparate wie auch Schmerzmittel sein. Nicht selten helfen in besonders schweren Fällen auch sogenannte Antidepressiva, die aber niedriger dosiert („in Darmdosis“) werden. Bei psychischer Belastung können gegebenenfalls eine psychosomatische Betreuung und auch mal eine medikamentöse Therapie helfen.

Die Kombination verschiedener Maßnahmen ist oft wirksamer als Einzelmaßnahmen.

 

 

Empfehlungen zur Lebensführung

 

  • Eine schlackenreiche Kost ist meist empfehlenswert.
  • Körnerprodukte und Kohlsorten können die Blähneigung verstärken.
  • Ballaststoffe bringen den Darm in Schwung.
  • Die Ballaststoffmenge sollte nur allmählich erhöht werden, so dass sich Magen und Darm anpassen können.
  • Vermeiden Sie Speisen und Getränke, die die Beschwerden verschlimmern
    Hier evtl. die FODMAP-Diät versuchen (im Internet veröffentlicht)
  • Kaffee und Milch können bei manchen Betroffenen die Hauptverursacher sein.
  • Sehr günstig kann sich eine sogenannte Darmsanierung auf die Beschwerden auswirken (Probiotika nach entsprechender Testung).
  • Bewegung ist wichtig, um die Darmfunktion zu stärken und Stress zu mindern.
  • Wärme kann die Beschwerden lindern (Wickel, Wärmflaschen oder Wärmedecken).
  • Pflanzliche Therapeutika (Minze, Kümmel, Anis, Fenchel, Melisse) können hilfreich sein.
  • Verringern von Stress durch beispielsweise Entspannungsübungen.
  • Führen eines Tagebuches, um herauszufinden, was die Beschwerden verursacht.
  • Reichlich Wasser trinken - keinen Alkohol!
  • Vermeiden von Speisen, die zu Blähungen führen, sowie starke Gewürze.
  • Viele kleine Portionen, statt weniger große.

Broschuren

Broschüren zum Reizdarm

Links

Links zum Reizdarm

 

Deutsche Reizdarm-Selbsthilfe e.v.
Selbsthilfe-Bundesvereinigung von Menschen mit Reizdarmsyndrom
Deutsche Reizdarmselbsthilfe e.V.
Mörikeweg 2
31303 Burgdorf
Tel: 05136- 896106
Fax:05136-873662

www.reizdarmselbsthilfe.de


Reizdarm / Colon Irritabile (Deutsch / Franzoesisch / Italienisch):

www.medizinfo.de/gastro/darm/reizdarm/start.shtml

www.netdoktor.de/Krankheiten/Reizdarm/Wissen


Irritable Bowel Syndrome (IBS) (English):

www.aboutibs.org

www.nice.org.uk/Guidance/CG61/SlideSet/ppt
Slide-show about IBS in English, sehr gute Power Point-Dia-Präsentation
www.foodintolerances.org

www.acg.gi.org/patients/patientinfo/ibs.asp