Fruktoseintoleranz oder besser:

Fruktosemaldigestion

 

Die Intoleranzreaktion nach Fruchtzuckerzufuhr  entsteht auf dem Boden einer Verdauungsschwäche (=Maldigestion) für diesen Zucker. Das fruchtzuckerspaltende Enzym der Dünndarmzotten arbeitet zu wenig. Die Folgen sind Blähungen, Darmgeräusche, Koliken und wässrige Durchfälle.  Knapp 10% unserer Bevölkerung klagt nach Einnahme von Fruchtzucker (Fruktose), der in Früchten, Gemüsen und anderen fruktosehaltigen Nahrungsmitteln enthalten sein kann, über oben genannte Bauchbeschwerden.

 

Bedingt ist diese Störung dadurch, dass die betroffenen Menschen nicht in der Lage sind, den Fruchtzucker (Fruktose) im Dünndarm optimal zu verdauen. Es handelt sich hier um eine funktionelle Störung - keine organische Störung im klassischen Sinne. Wird Fruchtzucker nicht mehr mit der Nahrung aufgenommen, verschwinden die Symptome bald.

Wichtig ist die klare Abgrenzung zur hereditären (=angeborenen) Fructoseintoleranz! Hier handelt es sich um eine Form, die bereits in der frühen Säuglingsphase zu oft tödlichen Verläufen führt. Obwohl die Krankheit den gleichen Namen hat, liegt der Enzymschaden hierbei aber in der Leber des Neugeborenen und nicht im Dünndarm, wie bei der hier geschilderten klassischen Fruktosemaldigestion (= Verdauungsschwäche für Fruchtzucker).

Bei einigen Patienten besteht die Möglichkeit, dass sie kleine Mengen von Fructose problemlos vertragen. Erst bei Überschreiten eines Grenzwertes treten Beschwerden auf. Dieser Grenzwert ist individuell von Mensch zu Mensch verschieden und muss von dem Patienten selber herausgefunden werden. Dazu nimmt man zunächst ein bekanntes fructosehaltiges Lebensmittel nur in sehr kleinen Mengen auf. Lassen sich hierunter keine Beschwerden beobachten, kann man versuchen schrittweise die Menge soweit erhöhen, bis erste Beschwerden auftreten. Hier liegt dann der individuelle Grenzwert.

Bei einem Verzicht auf Obst und einigen Gemüsesorten muss die Nährstoffaufnahme durch den Verzehr anderer Lebensmittelgruppen gesichert werden. Aus diesem Grund ist bei einer Ernährungsumstellung die Betreuung durch eine Ernährungsfachkraft besonders wichtig. Speziell die Versorgung mit Vitamin A und C, Folsäure, Kalium, Magnesium und Zink könnte von Zeit zu Zeit überprüft werden.