Was ist Sorbit oder Sorbitol?

 

Sie leiden gelegentlich unter Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall? Obst und Gemüse verschlimmern die Beschwerden? Diät- oder kalorienreduzierte Nahrungsmittel vertragen Sie schlecht? Vielleicht ist eine Sorbit-Unverträglichkeit die Ursache?

Sorbit und Beschwerden?

Sorbit? Noch nie gehört!


Sorbit, auch als Sorbitol, Glucitol oder Hexanhexaol bezeichnet, ist ein Zuckeralkohol, der aus Glukose gewonnen, im Körper in Fruktose umgewandelt und normalerweise im Dünndarm abgebaut wird. Es wird vielen Diabetiker-Produkten und kalorienreduzierten Lebensmitteln (z.B. Kaugummis) zugesetzt, kommt aber auch in natürlichen Produkten wie z.B. Früchten und Gemüsen vor.


Ist Sorbit ein natürlicher Stoff?


Ursprünglich wurde Sorbit aus den Früchten der Eberesche gewonnen, die bis zu 12 Prozent Sorbit enthalten. Es kommt aber auch in vielen anderen Früchten und Obstsorten wie zum Beispiel in Birnen, Pflaumen, Äpfeln, Aprikosen, Pfirsichen, Rosinen sowie in Trockenobst vor. Industriell wird Sorbit aus Mais- und Weizenstärke auf Glukose-Basis hergestellt.

Sorbit liefert mit 2,4 kcal/g (10 kJ/g) weniger Kalorien als Haushaltszucker (Saccharose) (17 kJ/g) hat etwa 60 Prozent Süßkraft von Zucker und  benötigt zum Abbau im Körper kein Insulin und wird deshalb als Süßstoff Diabetikerlebensmitteln zugesetzt

In der Lebensmittelherstellung wird Sorbit auch als Feuchthaltemittel eingesetzt und schützt z.B. Senf, Mayonnaisen, Toast, Biskuit, Schokoladen- und Pralinenfüllungen vor dem Austrocknen ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 420 und als Zusatz für fast alle Lebensmittel, außer in Getränken, in beliebig hoher Menge zugelassen
wirkt bei übermäßigem Verzehr abführend.

Mengen von mehr als 20 Gramm Sorbit täglich können auch bei Gesunden zu Beschwerden führen.


Warum treten heute mehr Sorbit-Unverträglichkeiten auf als früher?

Experten begründen das vermehrte Auftreten von Sorbit-Unverträglichkeit wie für andere Kohlenhydratintoleranzen vor allem mit einer Änderung der Ernährungsgewohnheiten. In der industriellen Lebensmittelverarbeitung werden Nahrungsmittel mit Fruktose und/oder Ersatzstoffen wie Sorbit versetzt, damit sie süßer schmecken.


Welche Symptome treten bei Sorbit-Unverträglichkeit auf?


Bei einer Sorbit-Unverträglichkeit kommt es etwa ein bis drei Stunden nach dem Verzehr von Sorbit vor allem zu:

•Blähungen
•Bauchschmerzen
•Durchfall

Ist Sorbit-Intoleranz heilbar?

Eine Sorbitmalabsorption ist nicht heilbar. Bei Einhaltung einer sorbitarmen bzw.- sorbitfreien Kost kann man aber so gut wie beschwerdefrei leben.Was ist bei der Ernährung zu beachten?

Nach der Diagnosestellung einer Sorbitmalabsorption sollte für etwa zwei Wochen vollkommen auf sorbit-, fruchtzucker- und alle zuckerhaltigen Nahrungsmittel verzichtet werden. Meist bessern sich die Beschwerden dann sehr schnell. Anschließend kann man beginnen, schrittweise wieder Sorbit aufzunehmen und seine persönliche Toleranzgrenze auszutesten.

Mengen von mehr als 20 Gramm Sorbit täglich können auch bei Gesunden zu Beschwerden führen. Ein häufiger Verzehr von mehr als 20 Gramm Sorbit pro Portion und mehr als 50 Gramm täglich ist nicht ratsam. Jedes Lebensmittel, das mehr als 10 Prozent Sorbit oder andere Austauschstoffe enthält, muss daher auf dem Etikett den Hinweis tragen: „… kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.

 

Wo kommt Sorbit noch vor?

Sorbit verbirgt sich in der Zutatenliste hinter der E-Nummer E420. Die Nummern E432, E433, E434, E435 und E436 enthalten ebenfalls Sorbit.

Diabetikernahrungsmittel und Diät-/Lightprodukte sowie fast allen herkömmlichen Zahnpflegemittel, Zahnpflegekaugummis und Lutschpastillen sind sorbithaltig. Auch in natürlichen Produkten, vor allem in Trockenfrüchten, kommt Sorbit vor. Zuckeralkohole wie Sorbit, Mannit, Xylit (E 967), Isomalt© blockieren das Transportsystem für Fruktose im Darm. Deshalb sollten diese Zuckeraustauschstoffe auch bei einer Fruktose-Unverträglichkeit gemieden werden. Diese Stoffe finden sich in Kaugummis, Süßigkeiten und Fertiggerichten.

Relativ viele Lebensmittel enthalten ebenfalls Sorbitol (siehe auch www.dge.de unter Fruktosetabelle ist Sorbitol ebenfalls aufgelistet)Leider, leider sollte auch Bier vermieden werden, denn es enthält relativ viel Sorbit und Fruchtzucker. 

Behandlung

Diätische Maßnahmen


Sorbit wird im Körper in Fructose umgewandelt und als Zuckeraustauschstoff vor allem bei Diabetiker-Produkten und energiereduzierten Lebensmitteln verwendet.

Sorbit (Sorbitol) hat die E-Nummer 420.

Die Therapie besteht folglich in der Reduktion der Aufnahme von Sorbit durch die Nahrung, wobei die noch gerade tolerable Menge von Fall zu Fall variieren kann und ausgetestet werden muß.


Die Therapie besteht gerade tolerable Menge von Fall zu Fall variieren kann und ausgetestet werden muß. Die tolerable Menge liegt in der Regel bei 10-20g Sorbit/ Tag, gelegentlich auch weniger. Mit der Zeit kann eine „Gewöhnung“ an vorsichtig gesteigerte Sorbitzufuhr eintreten.

Daher gilt es vorallem Zuckeraustauschstoofe, sogenannte kalorienarme Getränke und Lebensmittel und sogar zuckerfreie Bonbons und Kaugummi strikt zu meiden.


Einzuschränken:  Sorbit als Süßungsmittel (Sorbit=E420)

• Diabetikergebäck
• Diabetikerschokolade
• Zuckerfreie Fruchtsäfte
• Diätbonbons
• Kaugummi !!!!
• Lightprodukte


Sorbitreiches Obst

• Apfel
• Birne
• Kirsche
• Pflaume, Rosine
• Dattel
• sonstiges Steinobst
• Trockenobst


Entsprechende Obstsäfte

• auch ohne künstlichen Sorbitzusatz
• Kirschsaft (15-20 g Sorbit/l)
• Apfelsaft (3-9g Sorbit/l)
• Birnensaft (2-9g Sorbit/l)


Insbesondere die in konzentrierter Form stoßweise und ohne Ballaststoffe erfolgte Sorbitaufnahme (Getränke, Süßwaren, Desserts) ist belastend.
Weniger dagegen sorbitreiches Obst, zumal wenn es als Rohkost im Rahmen einer Vollkost oder einer Diabetesdiät über den Tag verteilt aufgenommen wird.


Erlaubtes Obst

• Beerenobst
• Citrusfrüchte
• Banane
• Ananas

 

 

 

Links

Lebensmitteltabelle Sorbitol

Enthält Informationen über Fruktose und Sorbitol